Südkoreas geplantes Gesetz über digitale Vermögenswerte wird sich bis 2026 verzögern. Grund sind Meinungsverschiedenheiten zwischen Regulierungsbehörden bezüglich der Aufsicht über Stablecoins, was die Finalisierung des Rahmens erschwert.
Das Digital Asset Basic Law soll als zentraler Pfeiler des südkoreanischen Krypto-Regulierungsrahmens dienen und zielt primär auf den Anlegerschutz ab. Dies soll durch strengere rechtliche Standards für Betreiber digitaler Vermögenswerte und die Einführung einer verschuldensunabhängigen Haftung für Nutzerverluste erreicht werden. Des Weiteren soll das Gesetz das systemische Risiko von Stablecoins minimieren, indem Emittenten verpflichtet werden, Reserven zu halten, die 100 % der im Umlauf befindlichen Stablecoins übersteigen. Diese Reserven müssen bei Banken oder zugelassenen Institutionen verwahrt und vom Eigenvermögen des Emittenten getrennt werden.
Für Emittenten von Stablecoins sind außerdem ein Mindestkapital von 500 Millionen Won (rund 368.000 US-Dollar) und eine Genehmigung der Finanzdienstleistungskommission (FSC) vorgesehen. Diese Regelungen sollen dazu beitragen, Ansteckungsrisiken im Falle eines Ausfalls zu begrenzen und die Stabilität des Marktes zu gewährleisten.
Die Hauptursache für die Verzögerung sind tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten zwischen der Finanzdienstleistungskommission (FSC) und der Bank of Korea (BOK) über die Regulierung von Stablecoins.
Die Bank of Korea (BOK) plädiert dafür, dass nur Banken Stablecoins emittieren dürfen, um die Kontrolle über die Geldpolitik zu sichern und finanzielle Risiken zu minimieren. Die Finanzdienstleistungskommission (FSC) hingegen lehnt derart strenge Regeln ab, da sie eine Einschränkung von Innovation und Wettbewerb durch Technologieunternehmen befürchtet. Die Debatte umfasst auch die Aufsichtsbefugnisse, wobei die BOK umfassendere Rechte anstrebt, die von der FSC als übertrieben und potenziell fragmentierend betrachtet werden.
Derzeit ist die Ausgabe von Kryptowährungen und Stablecoins in Südkorea illegal. Ein bereits im Juli 2024 in Kraft getretenes Gesetz konzentriert sich auf den Nutzer- und Transaktionsschutz. Das nun verzögerte Digital Asset Basic Law soll die Lücken bei der Emission, Reservehaltung und der Adressierung systemischer Risiken schließen. Die andauernde regulatorische Unsicherheit könnte ausländische Investitionen abschrecken und das Wachstum des südkoreanischen Stablecoin-Marktes verlangsamen.




