Ab dem 1. Januar 2026 treten die neuen Steuerregeln des Crypto-Asset Reporting Framework (CARF) in Kraft. Dieses globale Rahmenwerk der OECD und G20 soll Steuerhinterziehung bekämpfen und die Transparenz im Kryptobereich erhöhen. Es erweitert den bestehenden CRS auf Krypto-Assets.
CARF ist ein internationaler Standard für den automatischen Informationsaustausch über Kryptovermögen. Krypto-Dienstleister sind verpflichtet, steuerrelevante Nutzer- und Transaktionsdaten zu sammeln, zu prüfen und an Steuerbehörden zu melden. Diese Daten werden dann zwischen den teilnehmenden Ländern ausgetauscht. Die finale Dokumentation des CARF wurde im Juni 2023 veröffentlicht.
Früh agierende Jurisdiktionen, darunter die EU und das Vereinigte Königreich, beginnen am 1. Januar 2026 mit der CARF-Implementierung. Die EU setzt CARF über die DAC8-Richtlinie um, die bis Ende 2025 in nationales Recht umgesetzt sein muss. Bis Dezember 2025 haben sich etwa 70-75 Jurisdiktionen zur Einführung verpflichtet. Ein erster internationaler Datenaustausch auf Basis von Transaktionsdaten aus 2026 ist für 2027 vorgesehen.
CARF schafft keine neuen Steuerschuldverhältnisse, sondern macht bestehende Vorschriften durchsetzbar, was zu einem erhöhten Prüfungsrisiko für Nutzer führt.
Krypto-Nutzer müssen mit strengeren Onboarding-Fragen und häufigeren Kontoüberprüfungen rechnen. Von Nutzern werden detaillierte persönliche Informationen wie Name, Geburtsdatum, Wohnadresse, Steuerwohnsitzland und Steueridentifikationsnummer (TIN) verlangt. Falsche Angaben können zu Strafen führen.
Reporting Crypto-Asset Service Providers (RCASPs) wie Börsen, Broker und Wallet-Anbieter sind Hauptadressaten der Meldepflichten. Sie müssen Kundeninformationen zur Bestimmung des steuerlichen Wohnsitzes erfassen, darunter Name, Adresse, TIN und Geburtsdatum. RCASPs müssen diese Daten jährlich übermitteln; Verstöße können mit Strafen geahndet werden.
CARF deckt eine breite Palette von Krypto-Assets ab, darunter Kryptowährungen, Stablecoins, tokenisierte Finanzinstrumente und bestimmte NFTs, sowie Krypto-Derivate. Meldepflichtige Aktivitäten umfassen Umtauschtransaktionen (Krypto-Fiat, Krypto-Krypto), Übertragungen zwischen Konten und Einzelhandelstransaktionen, letztere teilweise ab einem Schwellenwert von über 50.000 US-Dollar.




