Bitcoin-Halving 2024: Zyklus-Theorie im Test

Das Bitcoin-Halving, ein Kernmechanismus der Kryptowährung, halbiert die Block-Belohnung etwa alle vier Jahre, um die Inflation zu kontrollieren. Historisch folgten auf jedes Halving signifikante Kursanstiege, doch das jüngste Ereignis im April 2024 scheint diesen traditionellen Zyklus herauszufordern, was neue Fragen für die Zukunft aufwirft.

Das Bitcoin-Halving ist ein zentraler Bestandteil des Bitcoin-Codes, der dafür sorgt, dass die Ausgabe neuer Bitcoins verlangsamt wird. Dieses Ereignis tritt rund alle vier Jahre ein und halbiert die Belohnung, die Miner für das Schürfen neuer Blöcke erhalten. Ziel ist die Steuerung der Bitcoin-Inflation.

In der Vergangenheit zeigten sich klare Muster: Nach dem ersten Halving 2012 stieg der Kurs um 8480 %, nach dem zweiten 2016 um 285 % und nach dem dritten 2020 um 560 %. Diese starken Wertsteigerungen in den Monaten und Jahren nach den Halvings prägten die Erwartung eines regelmäßigen ‚4-Jahres-Zyklus‘ mit einem anschließenden Bullenmarkt.

Die historische Entwicklung zeigte, dass auf das Bitcoin-Halving in der Regel ein starker Bullenmarkt folgte, was Anleger weltweit optimistisch stimmte.

Das vierte Halving fand am 20. April 2024 statt. Im Gegensatz zu den bisherigen Zyklen schloss das Jahr 2025 mit einem Kursverlust von -5 % auf USD-Basis und -16 % auf Euro-Basis. Dies stellt die erste negative Performance im Jahr nach einem Halving dar.

Die Performance nach dem Halving 2024 war mit rund 43 % Zuwachs die schwächste seit Beginn der Zyklen, wie Daten von Kaiko zeigen. Dies weicht signifikant von den früheren, oft vierstelligen Zuwächsen ab.

Experten nennen mehrere Gründe für diese abweichende Entwicklung. Die Einführung von Bitcoin-ETFs hat die Marktstruktur verändert. Zudem beeinflussten makroökonomische Faktoren wie wirtschaftspolitische Unsicherheiten und hohe Zinsen die Finanzmärkte. Ein weiterer Faktor war die starke Kurssteigerung *vor* dem Halving 2024, die mit einem neuen Allzeithoch am 13. März 2024 von 73.558,81 USD einen Teil der erwarteten Gewinne vorwegnahm.

Die Einführung von ETFs, makroökonomische Faktoren und vorweggenommene Gewinne könnten die atypische Performance nach dem Halving 2024 erklären.

Die negative Performance im Jahr 2025 stellt die traditionelle 4-Jahres-Zyklustheorie infrage. Einige Analysten sehen darin einen Bruch des Musters und spekulieren über einen ‚verlängerten Zyklus‘ mit veränderter Dynamik.