Bitcoin Energieverbrauch: Mythen entkräftet durch Daten

Die öffentliche Debatte über den Energieverbrauch von Bitcoin ist oft von Missverständnissen geprägt. Aktuelle Analysen und Expertenmeinungen stellen jedoch gängige Mythen infrage und zeichnen ein differenzierteres Bild der ökologischen Auswirkungen des Krypto-Minings. Eine detaillierte Untersuchung entkräftet neun weit verbreitete Annahmen.

Entgegen der Annahme eines riesigen CO2-Fußabdrucks macht Bitcoin nur einen verschwindend geringen Anteil am globalen CO2-Ausstoß aus. Im Jahr 2021 lag dieser bei 0,08 Prozent, und neuere Schätzungen für 2025 deuten auf 39,8 Megatonnen CO2 hin, was ebenfalls nur 0,08 Prozent der globalen Emissionen entspricht. Bemerkenswert ist, dass der CO2-Fußabdruck des Netzwerks seit 2021 gesunken ist, während die Rechenleistung stieg. Zum Vergleich: Das Abfackeln von Erdgas hat einen zehnmal größeren CO2-Fußabdruck.

Auch die Behauptung, Bitcoin Mining verbrauche mehr Strom als ganze Länder, wird relativiert. Der geschätzte jährliche Stromverbrauch des Bitcoin-Netzwerks liegt bei etwa 125 Terawattstunden (TWh), was rund 0,59 Prozent des weltweiten Verbrauchs ausmacht. Dies ist zwar mit dem Verbrauch kleinerer Länder vergleichbar, stellt jedoch im Kontext des globalen primären Energiebedarfs von prognostizierten 180.000 TWh im Jahr 2025 nur einen geringen Anteil dar.

Der Energieaufwand dient der Sicherheit und Dezentralisierung des Bitcoin-Netzwerks und macht Angriffe äußerst kostspielig.

Der Mythos, Bitcoin Mining sei reine Energieverschwendung, wird durch den ‚Proof-of-Work‘-Mechanismus entkräftet. Dieser sichert Transaktionen dezentral und ohne Drittinstanzen. Befürworter sehen den Energieverbrauch als gerechtfertigt und notwendig für ein zensurresistentes Finanzsystem.

Die Vorstellung, Bitcoin Mining werde immer ’schmutziger‘ und nutze hauptsächlich fossile Brennstoffe, ist ebenfalls überholt. Laut einer Studie aus 2025 wird das Mining zu über 52 Prozent durch nachhaltige Energiequellen, darunter Kernenergie und erneuerbare Energien, gespeist. Erdgas hat Kohle als primäre Stromquelle abgelöst, was den CO2-Fußabdruck reduziert.

Die Betrachtung des Energieverbrauchs pro einzelner Transaktion ist irreführend. Das ‚Lightning-Netzwerk‘ ermöglicht die Abwicklung von Mikro-Transaktionen ‚off-chain‘, was die Effizienz erheblich steigert, indem viele Transaktionen als eine einzige auf der Hauptblockchain verbucht werden.

Bitcoin-Mining-Anlagen können zur Stabilisierung von Stromnetzen beitragen, indem sie überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien nutzen, der sonst verloren ginge. Dies verbessert die Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Energieprojekte, wie Beispiele in Island und Norwegen zeigen.

Auch die Sorge um Elektroschrott wird durch neuere Erkenntnisse widerlegt. Eine Studie aus 2025 zeigt, dass 86,9 Prozent der ausgemusterten Mining-Hardware weiterverkauft, wiederverwendet oder recycelt wird. Moderne Geräte sind zudem langlebiger.

Im Vergleich zum traditionellen Finanzsystem, dessen Energieverbrauch auf rund 4981 TWh geschätzt wird, oder dem Goldabbau (ca. 240 TWh/Jahr), schneidet Bitcoin deutlich besser ab. Miner suchen zudem ökonomisch die kostengünstigsten Stromquellen, oft solche mit überschüssiger Energie.