Südkorea: Bitcoin-ETFs und Krypto-Regulierung ab 2026

Südkorea plant eine bahnbrechende Wende in seiner Krypto-Politik und will ab 2026 den Handel mit Spot Bitcoin-ETFs ermöglichen. Dies ist Teil einer umfassenderen Initiative zur Modernisierung der Finanzmärkte und zur Eindämmung von Kapitalabflüssen ins Ausland, mit dem Ziel, den Regulierungsrahmen für digitale Assets zu stärken.

Die südkoreanische Regierung beabsichtigt, im Jahr 2026 die Zulassung von Spot Bitcoin und anderen digitalen Asset-ETFs zu genehmigen. Dies würde inländischen Anlegern erstmals den Zugang zu Krypto-Produkten über regulierte Kanäle eröffnen. Bislang verhinderte das Kapitalmarktgesetz die Einführung solcher Produkte, da Kryptowährungen nicht als geeignete Basiswerte anerkannt wurden. Die Finanzdienstleistungskommission (FSC) prüft derzeit Gesetzesänderungen, um diesen Schritt zu ermöglichen, wobei das Komitee für nationale Politik der Nationalversammlung dies im Februar diskutieren wird.

Diese Neuausrichtung ist eine Reaktion auf globale Entwicklungen, wie die Zulassung von Spot Bitcoin ETFs in den USA (2024) und Hongkong (2025). Südkoreas Ziel ist es, regulierte Anlagemöglichkeiten zu schaffen, Kapitalabflüsse zu Offshore-Plattformen zu reduzieren und die heimischen Marktbewertungen zu stabilisieren. Die Korea Exchange (KRX) hat ihre Bereitschaft signalisiert, Krypto-ETFs zu listen und zu handeln, sobald die regulatorische Genehmigung erteilt ist.

Die Zulassung von Spot Bitcoin ETFs soll den Anlegern regulierten Zugang zu Kryptowährungen ermöglichen und Kapitalabflüsse ins Ausland eindämmen.

Parallel zur ETF-Initiative wird eine umfassende Überarbeitung der Regulierung digitaler Assets vorangetrieben, die sogenannte ‚Phase-Zwei-Gesetzgebung‘. Ein besonderer Fokus liegt auf der Schaffung eines regulatorischen Rahmens für Stablecoins. Diese Regulierungen, die voraussichtlich im ersten Quartal 2026 von der FSC abgeschlossen werden, sollen Emittenten zur staatlichen Genehmigung, zur Erfüllung von Mindestkapitalanforderungen und zur Aufrechterhaltung von 100 % Reserven verpflichten, um Einlösungsrechte der Nutzer zu garantieren und Vorfälle wie den Terra-Luna-Zusammenbruch zu verhindern.

Darüber hinaus plant die südkoreanische Regierung, bis 2030 ein Viertel der nationalen Staatsauszahlungen über digitale Währungen (Deposit Tokens) abzuwickeln. Ein Pilotprogramm hierfür ist für das erste Halbjahr 2026 angesetzt, was die Integration von Blockchain-Technologie in das öffentliche Finanzwesen vorantreiben soll.

Ein Rahmen für Stablecoins wird geschaffen, um die Stabilität des Marktes zu gewährleisten und vergangene Zusammenbrüche zu verhindern.