Institutionen fordern Regulierung für sichere Kryptobörsen

Institutionelle Anleger legen verstärkt den Fokus auf die potenziellen Schwachstellen von Kryptobörsen. Angesichts erheblicher Risiken wie Marktvolatilität und regulatorischer Mängel drängen sie auf robustere und sicherere Handelsplattformen.

Institutionelle Akteure sind sich der erheblichen Risiken bewusst, die mit dem Handel auf Kryptobörsen verbunden sind. Dazu gehören nicht nur Marktvolatilität, sondern auch operationelle und regulatorische Schwächen. Die Marktvolatilität im Kryptobereich bleibt ein zentrales Thema, wie die Kursentwicklung von Bitcoin und Ethereum im Januar 2026 zeigt. Eine Reddit-Diskussion vom 10. Januar 2026 weist auf eine „systematische Inversion der Logik“ hin, bei der technische Analysen und Fundamentaldaten oft versagen, was auf unvorhersehbare Marktbewegungen schließen lässt.

Ein Hauptaugenmerk der Institutionen liegt auf der mangelnden regulatorischen Reife einiger Börsen, die in der Vergangenheit zu schwerwiegenden Problemen geführt hat. Ein Beispiel hierfür ist die Verurteilung des Gründers von Terraform Labs zu 15 Jahren Gefängnis wegen Betrugs im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch von TerraUSD und LUNA. Ebenso wurde Paxful Holdings, die Muttergesellschaft der inzwischen aufgelösten Peer-to-Peer-Bitcoin-Börse Paxful, zu einer Geldstrafe von 4 Millionen US-Dollar verurteilt, weil sie wissentlich keine Anti-Geldwäsche-Richtlinien (AML) durchgesetzt und aufrechterhalten hatte. Diese Fälle unterstreichen die kritische Bedeutung robuster Compliance-Infrastrukturen und die Risiken, die mit deren Fehlen verbunden sind.

Die Sicherheit von Krypto-Geldern ist entscheidend, da 2025 über 3,4 Milliarden US-Dollar durch Hacks gestohlen wurden.

Die Sicherheitsaspekte von Kryptobörsen sind ebenfalls ein entscheidender Faktor. Berichte über gestohlene Krypto-Gelder, die sich im Jahr 2025 auf über 3,4 Milliarden US-Dollar beliefen, hauptsächlich durch Bridge-Hacks, verdeutlichen die Anfälligkeit der Infrastruktur. Die Empfehlung, Kryptowährungen in Eigenverwahrung (Self-Custody) zu nehmen, um staatliche Beschlagnahmungen oder Einfrierungen von Vermögenswerten auf Börsen zu vermeiden, unterstreicht das Misstrauen gegenüber zentralisierten Verwahrungsstellen.

Die MiCA-Verordnung in der EU und die Zulassung von Spot-Krypto-Produkten durch die CFTC in den USA fördern regulierte Strukturen.

Als Reaktion auf diese Schwachstellen drängen Institutionen auf eine stärkere Regulierung und die Entwicklung vertrauenswürdigerer Infrastrukturen. Die vollständige Umsetzung der MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) in der EU wird voraussichtlich dazu führen, dass regulierte Unternehmen den Großteil des europäischen Volumens erfassen. Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) der USA hat bereits im Dezember 2025 den Handel mit Spot-Kryptoprodukten an CFTC-registrierten Börsen genehmigt, um Anlegern eine größere Marktintegrität und besseren Schutz als an Offshore-Börsen zu bieten. Diese Entwicklungen spiegeln das institutionelle Bestreben wider, ein Umfeld zu schaffen, in dem die „Fehlermöglichkeiten“ von Kryptobörsen durch strengere Auflagen und Aufsicht minimiert werden.