US-Senat: Krypto-Gesetz droht massive Überwachung

Ein Entwurf für ein Kryptogesetz im US-Senat sorgt für Bedenken bei Galaxy Digital. Das Unternehmen warnt vor einer erheblichen Ausweitung der Überwachungsbefugnisse des US-Finanzministeriums, die als größte Finanzaufsichtsmaßnahme seit dem USA Patriot Act bezeichnet wird.

Galaxy Digital, ein auf Kryptowährungen spezialisiertes Finanzdienstleistungsunternehmen, hat in einer Forschungsnotiz Bedenken hinsichtlich eines Gesetzesentwurfs des Bankenausschusses des US-Senats geäußert. Der Entwurf könnte dem Finanzministerium weitreichende neue Überwachungs- und Durchsetzungsinstrumente im Bereich digitaler Assets an die Hand geben. Diese potenzielle Ausweitung der Befugnisse wird als die umfassendste seit dem USA Patriot Act von 2001 eingeschätzt.

Im Zentrum der Kritik steht eine neue, kryptospezifische „Sondermassnahmen“-Befugnis. Diese würde es dem Finanzministerium ermöglichen, ausländische Jurisdiktionen, Finanzinstitute oder ganze Klassen von Digital-Asset-Transaktionen als primäre Geldwäschebedenken einzustufen. Folglich könnte das Ministerium bestimmte Kryptofondsübertragungen einschränken oder konditionieren. Diese Instrumente könnten weitreichend auf Offshore-Plattformen und Transaktionsschienen angewendet werden, ähnlich den Mechanismen des Patriot Act zur Terrorismusbekämpfung.

Das Gesetz könnte dem Finanzministerium die Befugnis geben, bestimmte Kryptofondsübertragungen einzuschränken oder zu konditionieren, ähnlich den Instrumenten des Patriot Act.

Weiterhin sieht der Entwurf einen formalen Rahmen für „temporäre Sperren“ bei Transaktionen mit digitalen Assets vor. Ohne richterliche Anordnung könnten das Finanzministerium oder andere Behörden Stablecoin-Emittenten und Dienstleister für digitale Assets auffordern, Transaktionen für bis zu 30 Tage – mit möglichen Verlängerungen – einzufrieren. Zudem sollen „Distributed Ledger Application Layers“, wie webbasierte Schnittstellen, explizit in die Compliance-Regelungen einbezogen werden, was die Überprüfung von Wallets und die Blockierung sanktionierter Aktivitäten erfordert.

Galaxy Research argumentiert, dass diese erweiterten Überwachungsbefugnisse die finanzielle Privatsphäre von Bürgern beeinträchtigen könnten. Die ursprüngliche Idee digitaler Assets, größere finanzielle Autonomie und reduzierte Kontrolle durch Intermediäre zu bieten, könnte durch diese Regelungen erheblich eingeschränkt werden. Der Leiter der Forschungsabteilung von Galaxy Digital, Alex Thorn, betonte, dass die vorgeschlagenen Befugnisse weit über bereits verabschiedete Gesetzgebungen hinausgehen.

Digitale Assets versprachen finanzielle Autonomie, doch diese Regelungen könnten diese Autonomie erheblich einschränken und die Privatsphäre beeinträchtigen.

Der 278-seitige Gesetzentwurf, vorgelegt von Senator Tim Scott, zielt darauf ab, einen umfassenden Regulierungsrahmen für digitale Assets zu schaffen. Obwohl parteiübergreifende Unterstützung berichtet wird, treiben Senatsdemokraten angeblich die aggressivsten Bestimmungen zur Bekämpfung illegaler Finanzströme voran. Eine Prüfung des Gesetzesentwurfs durch den Bankenausschuss des Senats ist für den 15. Januar geplant.