Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin hat Anfang 2026 den aktuellen Zustand Dezentraler Autonomer Organisationen (DAOs) kritisch hinterfragt. Er fordert eine grundlegende Neugestaltung, da DAOs ihren ursprünglichen Fokus verloren haben und wichtige Systeme des Krypto-Ökosystems schwächen könnten.
Buterin erinnerte an die ursprüngliche Vision von DAOs als dezentrale Systeme zur Verwaltung von Ressourcen und zur Steuerung von Aktivitäten. Mittlerweile seien sie jedoch „im Wesentlichen auf eine Schatzkammer reduziert“ worden. Das vorherrschende, auf Token basierende Governance-Modell kritisiert er als unproduktiv und anfällig für Einflussnahme. Große Token-Inhaber könnten Entscheidungsprozesse dominieren, wodurch die Governance politisch statt praktisch werde.
„Wir brauchen mehr DAOs – aber andere und bessere DAOs.“ Vitalik Buterin
Als Hauptprobleme identifizierte Buterin Schwachstellen in Orakel-Systemen, die für DeFi-Komponenten wie Stablecoins und Prognosemärkte kritisch sind. Angriffe auf tokenisierte Orakel seien zu kostengünstig und führten zu übermäßigen Gebühren. Verbesserte Orakel seien daher entscheidend.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Notwendigkeit von Streitbeilegungssystemen direkt auf der Blockchain. Diese seien essenziell für fortgeschrittene Anwendungen wie dezentrale Versicherungen. Auch die Kuration kritischer Daten, beispielsweise für verifizierte Anwendungen oder Smart-Contract-Adressen, bedürfe einer besseren Pflege.
Datenschutz und „Entscheidungsmüdigkeit“ sind weitere von Buterin genannte Herausforderungen. Öffentliche Abstimmungen könnten durch Verhaltensänderungen ehrliche Entscheidungen behindern. Die ständige Notwendigkeit, Entscheidungen zu treffen, führe zu „Entscheidungsmüdigkeit“ und sinkender Beteiligung. Er schlägt Zero-Knowledge-Proofs für private Governance und KI zur Reduzierung der Abstimmungslast vor.
Das Problem ist nicht Gier, sondern fehlerhafte Systemarchitektur.
Trotz dieser Kritik bekräftigte Buterin die Bedeutung von DAOs für das Krypto-Ökosystem und mahnte, die Suche nach robusten Lösungen nicht aufzugeben.




