MicroStrategy, auch als „Strategy“ bekannt, hat seine Position als größter börsennotierter Bitcoin-Halter durch eine aggressive Akkumulationsstrategie massiv ausgebaut. Die Finanzierung erfolgt primär über Schulden- und Aktienemissionen, was das Unternehmen jedoch erheblichen Risiken aussetzt, insbesondere im Kontext einer potenziellen Hochzins-Kreditkrise und der Kryptomarkt-Volatilität.
Mit über 700.000 Bitcoins hält MicroStrategy eine signifikante Menge, die zu einem durchschnittlichen Preis von rund 66.384,56 US-Dollar pro Bitcoin erworben wurde. Dies entspricht Gesamtkosten von etwa 33,139 Milliarden US-Dollar. Jüngste Transaktionen zwischen dem 12. und 19. Januar 2026 umfassten den Kauf von 22.305 Bitcoin zu einem Durchschnittspreis von 95.284 US-Dollar pro Coin. Mit diesen Beständen repräsentiert das Unternehmen über 3 % des gesamten Bitcoin-Angebots.
Die Finanzierung der Bitcoin-Akquisitionen basiert auf der Ausgabe von Wandelanleihen und Aktien. Das Unternehmen emittiert Anleihen mit niedrigen Zinssätzen, die in Aktien umgewandelt werden können, um Investoren sowohl Anleihen- als auch Bitcoin-Exposure zu bieten. Zusätzliche Kapitalbeschaffung erfolgt über „At-the-Market“-Aktienprogramme, bei denen neue Stammaktien und Vorzugsaktien ausgegeben werden. Dieses Modell wird als „prozyklischer Leverage-Flywheel“ beschrieben: Steigende Bitcoin-Preise ermöglichen die Aufnahme weiterer Schulden oder Eigenkapitals, die dann für zusätzliche Bitcoin-Käufe verwendet werden.
Experten warnten, dass ein Fall des Bitcoin-Kurses unter den Anschaffungspreis das Unternehmen zum Verkauf seiner Bestände zwingen und einen Preisverfall beschleunigen könnte.
Die aggressive Finanzierungsstrategie birgt Risiken. Die hohe Volatilität von Bitcoin kann bei Unterschreitung bestimmter Schwellenwerte zu Zwangsliquidationen führen. Die Abhängigkeit von Wandelanleihen und Vorzugsaktien erhöht das Leverage-Risiko. Sollte der Bitcoin-Preis stark fallen, könnte der Nettoinventarwert (NAV) des Unternehmens beeinträchtigt und eine Liquiditätskrise ausgelöst werden. Die Ratingagentur Standard & Poor’s bewertet MicroStrategy Inc. mit „B-„, was dem Non-Investment-Grade-Bereich entspricht. Kritisiert werden die extreme Bitcoin-Konzentration, der enge Geschäftsfokus, die schwache Kapitalisierung und die mangelnde US-Dollar-Liquidität.
Weitere Risiken umfassen die Verwässerung der Aktionäre durch die Ausgabe neuer Aktien und die starke Korrelation des Aktienkurses mit der Bitcoin-Volatilität, wodurch MicroStrategy als „gehebeltes Krypto-Investmentvehikel“ agiert. Der negative operative Cashflow von 53 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2024 steht im Kontrast zum aggressiven Bitcoin-Erwerb. Regulatorische Unsicherheiten, wie Maßnahmen der SEC gegen Krypto-Unternehmen, schaffen zusätzliche Risiken für gehebelte Akteure wie MicroStrategy.
Eine „fundamentale Währungsinkongruenz“ wird bemängelt, da Schulden in US-Dollar fällig sind, während Vermögenswerte in Bitcoin gehalten werden.




