Die weltweit größte Kryptobörse Binance hat einen formellen Antrag auf eine MiCA-Lizenz in Griechenland eingereicht, um ihre regulatorische Position in Europa zu stärken. Angesichts der bevorstehenden MiCA-Verordnung bereitet sich das Unternehmen auf die neuen EU-weiten Regeln vor, die Rechtssicherheit schaffen sollen. Dies ist ein wichtiger Schritt für Binance, um zukünftige Compliance zu gewährleisten.
Die Markets in Crypto-Assets (MiCA)-Verordnung ist ein umfassender Regulierungsrahmen der Europäischen Union, der den Anlegerschutz erhöhen, die Marktintegrität sichern und Rechtssicherheit für Innovationen im Bereich der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) schaffen soll. Bestimmungen zu Stablecoins treten voraussichtlich im Juli 2024 in Kraft, während der Großteil der MiCA-Verordnung Anfang 2025 wirksam wird. Bis zum 1. Juli 2026 müssen alle in der EU tätigen Kryptoplattformen eine entsprechende Genehmigung vorweisen, um nicht vom europäischen Markt ausgeschlossen zu werden.
Für den Antrag in Griechenland hat Binance die neue, vollständig eigene Tochtergesellschaft „Binary Greece“ gegründet. Diese wurde als Einpersonengesellschaft mit einem anfänglichen Stammkapital von 25.000 Euro eingetragen und ist als Holdinggesellschaft strukturiert. Gillian Majella Lynch, Binances Leiterin für Europa und das Vereinigte Königreich, leitet die neue griechische Einheit. Binance betrachtet den MiCA-Rahmen als positive Entwicklung, die regulatorische Klarheit und einheitliche Regeln bietet.
Binance sieht den MiCA-Rahmen als positive Entwicklung, die regulatorische Klarheit und einheitliche Regeln bietet, welche Innovationen unterstützen und gleichzeitig die Einhaltung der Vorschriften in der gesamten Europäischen Union gewährleisten.
Die Wahl Griechenlands begründet Binance mit dem schneller als der EU-Durchschnitt wachsenden Wirtschaftswachstum des Landes und einem als wesentlich erachteten regulativen Umfeld. Zuvor hatte Binance in den Jahren 2023 und Anfang 2024 Lizenzanträge in mehreren EU-Ländern wie Deutschland, den Niederlanden und Zypern zurückgezogen oder den Betrieb eingestellt. In Frankreich sah sich die Börse zudem Ermittlungen wegen angeblicher Geldwäscheverstöße ausgesetzt.
Im Rahmen der MiCA-Compliance wird Binance ab dem 31. März 2025 neun nicht-MiCA-konforme Stablecoins im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) von der Liste nehmen. Darunter fallen auch Tether (USDT) und Dai (DAI). MiCA-konforme Stablecoins wie USDC und Eurite (EURI) bleiben weiterhin verfügbar.
Im Juli 2025 waren 53 Kryptofirmen, darunter Coinbase und Kraken, offiziell für den Betrieb in 30 EWR-Ländern zugelassen. Tether und Binance fehlten zu diesem Zeitpunkt noch auf dieser Liste. Insgesamt verfügen mittlerweile mehr als 50 Krypto-Unternehmen über eine MiCA-Zulassung.




