US-Bankenlobby will Renditen auf Stablecoins verhindern

Die US-Bankenlobby, angeführt von der American Bankers Association (ABA), hat die Verhinderung von Renditen auf Stablecoins zu einer obersten Priorität für 2026 erklärt. Ziel ist es, zu verhindern, dass Stablecoins zu Einlagenersatz werden und somit die Kreditvergabekapazität von Gemeinschaftsbanken reduzieren.

Die ABA und weitere Bankenverbände warnen davor, dass zinstragende Stablecoins potenziell Billionen von Dollar an Einlagen von traditionellen Banken abziehen könnten. Dies könnte negative Auswirkungen auf die Kreditvergabekapazität dieser Banken haben und ihre Rolle im Finanzsystem schwächen.

Bis zu 6 Billionen US-Dollar könnten von Banken zu zinstragenden Stablecoins verlagert werden, schätzt Brian Moynihan, CEO der Bank of America.

Ein Bericht des US-Finanzministeriums schätzte im April, dass Stablecoins etwa 6,6 Billionen US-Dollar an Bankeinlagen abziehen könnten, abhängig vom Angebot von Renditen. Diese Summe entspräche fast einem Drittel aller Einlagen bei US-amerikanischen Geschäftsbanken.

Obwohl der ‚GENIUS Act‘ Stablecoin-Emittenten das direkte Anbieten von Zinsen untersagt, befürchten Bankenverbände eine Umgehung durch indirekte Vereinbarungen mit Börsen und verbundenen Firmen, um dennoch Renditen zu ermöglichen.

Der Community Bankers Council der ABA forderte den Senat auf, die Stablecoin-Regulierung zu verschärfen und Emittenten an der Renditeanbietung über Dritte zu hindern.

Kritiker aus der Krypto- und Fintech-Branche sehen darin eine Bevorzugung von Banken und eine Einschränkung von Krypto-Angeboten. Jeremy Allaire, CEO von Circle, wies Befürchtungen über Bank-Runs durch Stablecoin-Renditen als absurd zurück. Jeremy Barnum, CFO von JPMorgan, warnte vor einem parallelen, unzureichend beaufsichtigten Bankensystem.