Der Agrarausschuss des US-Senats hat einen neuen Gesetzentwurf zur Struktur des Kryptomarktes vorgelegt, der Digital Commodity Intermediaries Act heißt. Trotz monatelanger Verhandlungen konnte keine vollständige parteiübergreifende Einigung erzielt werden, was die zukünftige Gesetzgebung beeinträchtigen könnte.
Der von Senator John Boozman (R-AR) geführte Ausschuss präsentierte am 21. Januar 2026 den überarbeiteten Entwurf, der auf einem früheren Diskussionspapier vom November 2025 basiert. Um die Zustimmung zu erhöhen, wurden Teile wie die Behandlung von dezentraler Finanzierung (DeFi) und Geldwäschebekämpfung (AML) gestrichen. Kern des Entwurfs ist die Definition von „digitalen Rohstoffen“ als fungible digitale Vermögenswerte, die über ein kryptografisch gesichertes Ledger übertragbar sind. Wertpapiere, Stablecoins und Bankeinlagen bleiben von dieser Definition ausgenommen und unterliegen weiterhin der Zuständigkeit anderer Regulierungsbehörden.
Der Entwurf sieht vier neue Kategorien für Krypto-Plattformen vor: Digital Commodity Broker, Custodian, Dealer und Trading Facility, die sich bei der CFTC registrieren müssen.
Für diese Plattformen werden spezifische Anforderungen festgelegt, darunter Risikomanagement, Transparenz, Kundenschutz, die Trennung von Kundengeldern, der Schutz vor Interessenkonflikten und Offenlegungspflichten. Senator Cory Booker (D-NJ) arbeitete zwar intensiv mit Senator Boozman zusammen, jedoch konnten grundlegende politische Fragen vor der Veröffentlichung nicht geklärt werden.
Demokratische Bedenken betrafen vor allem die angemessene Ausstattung der CFTC mit Ressourcen und Personal für die Marktüberwachung sowie die Notwendigkeit robusterer Verbraucherschutzmaßnahmen und Marktsicherheit. Zuvor umstrittene Abschnitte im Diskussionsentwurf, die DeFi und die Koordination zwischen CFTC und SEC betrafen, wurden ohne vollständigen Konsens behandelt.
Die Vorlage des Entwurfs ohne volle parteiübergreifende Unterstützung deutet auf eine potenziell parteiische Debatte im Ausschuss hin.
Für eine Verabschiedung im Senat wären 60 Stimmen nötig, was die Bedeutung der parteiübergreifenden Unterstützung hervorhebt. Parallel dazu wurde die Beratung des Bankenausschusses über seinen eigenen Gesetzentwurf, den „CLARITY Act“, verschoben. Diese konkurrierenden Initiativen und mangelnde Einigkeit verzögern eine umfassende Krypto-Regulierung in den USA.




