US-Bankenaufsicht prüft Lizenzantrag von Trumps Krypto-Firma

Die US-Bankenaufsichtsbehörde OCC untersucht den Antrag der Kryptowährungsfirma World Liberty Financial (WLF) auf eine Banklizenz. Die Firma wurde von Donald Trump mitbegründet, was zu Bedenken hinsichtlich Interessenkonflikten geführt hat. Aktuell prüft die OCC den Antrag nach geltenden Standards.

World Liberty Financial (WLF) wurde im September 2024 von Präsident Trump, seinen Söhnen Eric und Donald Trump Jr. sowie Steve Witkoff gegründet. Über die Tochtergesellschaft WLTC Holdings LLC hat das Unternehmen bei der OCC einen Antrag eingereicht, um die World Liberty Trust Company, National Association (WLTC) zu gründen. Diese soll als nationale Treuhandbank für Stablecoin-Operationen fungieren.

Die WLTC plant die Ausgabe und Verwahrung des an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins USD1. Der USD1-Stablecoin wurde im März 2025 eingeführt und hat sich schnell zum sechstgrößten Stablecoin mit einer Marktkapitalisierung von 4,2 Milliarden US-Dollar entwickelt. Geplante Dienstleistungen umfassen die Ausgabe und Einlösung von USD1, On- und Off-Ramp-Dienste sowie die Verwahrung und Konvertierung von Stablecoins.

US-Senatorin Elizabeth Warren forderte die Aussetzung der Prüfung, bis Präsident Trump seine Anteile verkauft hat, um beispiellose Interessenkonflikte zu vermeiden.

Jonathan Gould, der Leiter der OCC, nominierte am 11. Februar 2025 von Präsident Trump und wurde am 10. Juli 2025 vom Senat bestätigt. Er betonte, dass der Antrag von WLF nach denselben regulatorischen Standards bewertet wird wie jeder andere Antrag. Politische oder persönliche finanzielle Interessen würden den Prozess nicht beeinflussen.

Gould erklärte, dass der Antragsprozess der OCC unpolitisch und unparteiisch sei und unter seiner Führung auch bleiben werde.

Bis zum 14. Januar 2026 gab es keine öffentliche Reaktion der OCC auf das Schreiben von Senatorin Warren, in dem sie auf die finanziellen Verbindungen von Präsident Trump und seiner Familie zu dem Unternehmen hinwies.