Krypto-Bots, die gestohlene Gelder durch ‚Front-Running‘ abfangen, agieren in einer ethischen Grauzone. Zwar können sie Gelder sichern, doch die Rückerstattung an die Opfer hängt oft von der eigenen Entscheidung der Bot-Betreiber ab.
Diese als Miner Extractable Value (MEV)-Bots bekannten Programme scannen den Mempool auf der Suche nach unbestätigten Transaktionen. Erkennen sie einen Diebstahl, können sie durch eine Transaktion mit höherer Gebühr (Front-Running) die Gelder abfangen, bevor sie vollständig vom Angreifer übernommen werden. Ein Beispiel hierfür ist die Sicherung von 117.000 US-Dollar aus einem Phishing-Angriff durch einen White-Hat-Hacker mittels Flashbots.
Ob die gesicherten Gelder zurückgegeben werden, liegt in der Entscheidungsgewalt der Bot-Betreiber, die als gewinnorientierte ‚Searchers‘ agieren.
Das Kernproblem liegt in der fehlenden Garantie für die Rückerstattung an die ursprünglichen Opfer. Dies zeigt sich im Fall von Makina Finance, wo nach einem Flash-Loan-Exploit 1.299 ETH (ca. 4,13 Mio. US-Dollar) durch einen MEV-Builder abgefangen wurden. Die Rückgabe dieser Gelder hing von der Kulanz des Bot-Betreibers ab.
Ein weiteres Beispiel ist der Fall, in dem ein Nutzer versehentlich 1 Million USDC an eine Brückenvertragsadresse sendete. Ein MEV-Bot griff ein, und die Rückgabe war wiederum abhängig von der Entscheidung des Bot-Besitzers. Zwar geben einige ‚White Hat‘-Hacker gestohlene Gelder zurück, dies ist jedoch keine allgemeine Praxis der MEV-Bots.
Die Praxis der MEV-Bots wirft ethische Fragen auf, da die Grenzen zwischen Rettung und Eigennutz verschwimmen und Opfer oft im Ungewissen bleiben.
Die mangelnde Transparenz bei der Entscheidungsfindung über die Rückzahlung lässt Geschädigte oft ohne Einflussmöglichkeit auf die Wiedererlangung ihrer Vermögenswerte zurück.




