Die Krypto-Verwahrfirma Copper lotet derzeit die Möglichkeit eines Börsengangs (IPO) aus. Dieser Schritt unterstreicht die wachsende Bedeutung der Krypto-Infrastruktur für die Wall Street, nachdem bereits Wettbewerber wie BitGo diesen Weg beschritten haben.
Copper, ein in London ansässiges Unternehmen, das sich auf die Verwahrung von Kryptowährungen spezialisiert hat, führt erste Gespräche über eine mögliche Börsennotierung. Diese Erwägungen sind jedoch noch vorläufig und stark abhängig von der kurzfristigen Umsatzentwicklung des Unternehmens. Berichten zufolge sind renommierte globale Investmentbanken wie Goldman Sachs, Citi und die Deutsche Bank in den Prozess involviert.
Ein Sprecher von Copper betonte, dass das Unternehmen regelmäßig verschiedene Finanzierungsoptionen prüft, aktuell aber keinen IPO plant.
Der potenzielle Börsengang von Copper spiegelt das zunehmende institutionelle Interesse an der sogenannten „Krypto-Infrastruktur“ wider. Dieser Begriff umfasst grundlegende Backend-Dienste wie Verwahrung, Prime Brokerage und Abwicklung für digitale Assets. Der Bedarf an robuster und konformer Infrastruktur, die globalen Standards entspricht, treibt diesen Trend an.
Ein Präzedenzfall für die Branche ist der kürzliche Börsengang des Wettbewerbers BitGo an der New Yorker Börse. BitGo, ebenfalls ein Anbieter von Krypto-Verwahrung, erreichte eine anfängliche Marktbewertung von rund 2 Milliarden US-Dollar. Dieser Schritt liefert wertvolle Einblicke in die Bewertung von Krypto-Unternehmen mit echten Umsätzen und institutionellen Kunden.
Copper wurde 2018 gegründet und bietet institutionellen Anlegern eine Reihe von Dienstleistungen an, darunter die innovative „ClearLoop“-Technologie. Diese ermöglicht den Handel und die Abwicklung über mehrere Börsen hinweg nahezu in Echtzeit, was Kontrahentenrisiken mindert und die Kapitaleffizienz steigert. Das Unternehmen hat bisher 791 Millionen US-Dollar in sieben Finanzierungsrunden erhalten.
Im Juli 2024 wickelte Coppers ClearLoop ein Handelsvolumen von rund 121,2 Milliarden US-Dollar ab. Seit Oktober 2024 leitet Amar Kuchinad, ein ehemaliger Managing Director von Goldman Sachs, als Group Chief Executive die Expansion in den US-Markt, mit dem Ziel, traditionelle Finanzunternehmen als Kunden zu gewinnen.




