EU-Tokenisierungsunternehmen fordern schnelle Anpassung des DLT-Pilotregimes

Europäische Tokenisierungsunternehmen fordern dringende Anpassungen des EU-Pilotregimes für Distributed-Ledger-Technologien (DLT). Sie befürchten, dass aktuelle Beschränkungen die Entwicklung in Europa hemmen, während die USA Fortschritte machen und Marktliquidität abziehen könnten. Eine Gruppe von Unternehmen warnte EU-Politiker davor.

Das am 23. März 2023 in Kraft getretene DLT-Pilotregime der EU ist ein regulatorischer Ansatz, der Marktinfrastrukturen auf Basis von Distributed-Ledger-Technologien vorübergehende Ausnahmen von EU-Finanzmarktgesetzen gewährt. Ziel ist die Förderung von DLT in Finanzmärkten unter Beibehaltung des Anlegerschutzes.

Führende Unternehmen wie Securitize, 21X und Boerse Stuttgart Group kritisieren, dass die aktuellen Beschränkungen das Wachstum tokenisierter Produkte in Europa limitieren. Hauptkritikpunkte sind eng gefasste Asset-Grenzwerte, zu niedrige Volumenobergrenzen (6-9 Milliarden Euro, vorgeschlagen: 100-150 Milliarden Euro) und befristete Lizenzen (sechs Jahre), die Investitionen abschrecken.

Die Unternehmen betonen, dass diese Einschränkungen die Skalierung bereits bestehender Produkte verhindern und befürchten, dass globale Liquidität nicht warten wird, wenn Europa eingeschränkt bleibt.

Obwohl die EU Marktintegration und -aufsicht (MISP) angekündigt hat, wird die Umsetzung der Änderungen erst für 2030 erwartet, was als zu langwierig angesehen wird. Im Gegensatz dazu treiben die USA die Tokenisierung und eine nahezu sofortige Transaktionsabwicklung (T+0) voran, was zu einem Abzug von Liquidität aus EU-Märkten führen könnte.

Die Unternehmen schlagen einen gezielten „Quick Fix“ vor, um die Probleme zu beheben. Dies beinhaltet die Ausweitung zulässiger Assets, Anhebung der Emissionsgrenzen und Aufhebung der Befristung von Pilotlizenzen. Eine Umsetzung innerhalb von sechs Monaten wird als machbar erachtet, ohne die Anlegerschutzmaßnahmen zu beeinträchtigen.