Ripple: Institutionelles DeFi für XRPL mit Fokus auf XRP

Ripple hat eine umfassende Strategie zur Entwicklung einer institutionellen DeFi-Infrastruktur auf dem XRP Ledger (XRPL) vorgestellt. Ziel ist es, die Blockchain-Technologie für den regulierten Finanzsektor zu erschließen und die Lücke zwischen traditionellen Finanzen und DeFi zu schließen, wobei XRP eine zentrale Rolle spielt.

Das Herzstück von Ripples Blaupause für institutionelles DeFi auf dem XRPL bildet ein neues Lending-Protokoll. Mit den Spezifikationen XLS-65d und XLS-66d sollen Vermögenswerte über Vault Shares gebündelt sowie unbesicherte, festverzinsliche Kredite mit Off-Chain-Underwriting ermöglicht werden. Diese Entwicklungen, die voraussichtlich im zweiten Quartal 2025 zur Abstimmung kommen, zielen darauf ab, Finanzinstituten die Vergabe von Krediten und das Risikomanagement direkt auf der Blockchain zu erleichtern. Das „XRP Lending Protocol“ (XLS-66) befindet sich aktuell im Testnetz und fokussiert sich auf Single-Asset-Vaults für festverzinsliche Kredite.

Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Integration eines Automated Market Makers (AMM) gemäß dem XLS-30-Standard. Dieser ist direkt in das zentrale Orderbuch der dezentralen Börse (DEX) auf XRPL eingebettet. Die Hauptanwendungsfälle umfassen die Bereitstellung institutioneller Liquidität, den Handel mit tokenisierten realen Vermögenswerten (RWAs), Arbitragegeschäfte und Cross-Chain-Swaps.

Die Einführung von dezentraler Identität (DID) über XLS-30 soll die Einhaltung von KYC/AML-Prinzipien gewährleisten, Vertraulichkeit sichern und Zugriffsrechte flexibel verwalten.

XRPL erhält zudem eigene Preis-Orakel, die Off-Chain-Daten in das Protokoll übertragen. Aktuell werden Kursdaten von Drittanbietern wie Band Protocol und DIA für Kryptowährungs- und traditionelle Märkte genutzt. Ripple arbeitet parallel an weiteren Funktionen wie „Confidential Transfers“ für Transaktionsprivatsphäre und „Smart Escrows“ zur Erweiterung bestehender Escrow-Funktionen, die für Q2 2025 erwartet werden. Ebenfalls für Q2 geplant ist die „MPT DEX Integration“ für nahtlose Cross-Token-Transaktionen. Bereits implementiert sind Funktionen wie „Credentials“ zur Hinterlegung regulatorischer Nachweise und „Deep Freeze“ zum Einfrieren von Konten sanktionierter Adressen.

XRP, der native digitale Vermögenswert des Netzwerks, spielt eine Schlüsselrolle, indem er das Transaktionsvolumen erhöht und als Brückenwährung in verschiedenen Finanzflüssen dient.

Ripple positioniert den XRPL als ein umfassendes Betriebssystem für reale Finanzen, das eine compliance-bereite und interoperable Infrastruktur für die Skalierung von institutionellem DeFi bereitstellt. Obwohl das XRPL DeFi-Ökosystem mit einem TVL von 60 Millionen US-Dollar derzeit hinter größeren Chains zurückbleibt, soll das geplante Lending-Protokoll institutionelles Kapital anziehen und diese Lücke schließen. Die Erweiterung der DID-Funktionalität mit „Permissioned Domains“ und „Permissioned DEX“ unterstreicht das Bestreben, regulatorische Anforderungen zu erfüllen.