Vietnam bereitet die Einführung einer Kryptobesteuerung vor, die ab dem 1. Juli 2026 greifen soll. Digitale Vermögenswerte werden künftig ähnlich wie Wertpapiere behandelt, wobei eine Handelsabgabe von 0,1 % erhoben wird.
Das vietnamesische Finanzministerium hat einen Entwurf zur Besteuerung von Kryptowährungen zur öffentlichen Konsultation vorgelegt. Die geplante Gesetzgebung, die eine Anpassung des Personal Income Tax Law vorsieht, wurde bereits von der Nationalversammlung ratifiziert. Privatpersonen, die Krypto-Assets über lizenzierte Dienstleister transferieren, werden mit einer persönlichen Einkommenssteuer von 0,1 % auf den Bruttotransaktionswert belegt. Diese Abgabe fällt unabhängig von der Erzielung eines Gewinns oder Verlusts an. Überweisungen und der Handel mit Kryptowährungen sind von der Mehrwertsteuer befreit.
Institutionelle Anleger zahlen eine Körperschaftssteuer von 20 % auf Gewinne aus Krypto-Transfers nach Abzug der Anschaffungskosten.
Krypto-Assets werden als digitale Vermögenswerte definiert, die auf kryptografischen Technologien basieren. Parallel zur Besteuerung startete im September 2025 ein fünfjähriges Pilotprogramm für einen regulierten Krypto-Asset-Markt. In diesem Rahmen müssen Emission, Handel und Zahlung von Krypto-Assets in vietnamesischen Dong erfolgen.
Betreiber von Krypto-Börsen unterliegen strengen Anforderungen. Ein Mindeststammkapital von 10 Billionen Vietnamesischen Dong (ca. 408 Millionen US-Dollar) ist erforderlich. Die ausländische Beteiligung ist auf maximal 49 % begrenzt.
Die Maßnahmen zielen auf die Steuerung des Krypto-Marktes, die Erhöhung der Steuereinnahmen und den Anlegerschutz ab.
Schätzungen zufolge könnten durch die 0,1 %ige Handelsabgabe jährliche Staatseinnahmen in Millionenhöhe generiert werden, sofern die Marktgröße konstant bleibt.




