Die Sorge, dass Quantencomputer die Sicherheit von Bitcoin zerstören könnten, ist weit verbreitet. Aktuelle Analysen deuten jedoch darauf hin, dass die Quantenbedrohung für das Bitcoin-Netzwerk deutlich geringer ist, als viele befürchten.
Ein zentraler Aspekt ist die Verteilung der Bitcoin-Bestände. Anstatt auf wenigen großen Wallets konzentriert zu sein, sind die Vermögenswerte auf über 32.000 separate Adressen aufgeteilt. Schätzungen zufolge sind nur etwa 10.000 Bitcoins einem quantenbezogenen Risiko ausgesetzt, das einen Angriff wirtschaftlich lohnenswert machen würde.
Heutige Quantencomputer sind noch weit davon entfernt, die Kryptographie von Bitcoin ernsthaft zu bedrohen. Sie sind noch nicht leistungsfähig genug, um die komplexen Verschlüsselungsstandards zu brechen.
Für das Knacken des SHA-256-Verschlüsselungsstandards von Bitcoin wären rund 8.000 logische Qubits notwendig. Die aktuell leistungsfähigsten Systeme, wie das Caltech Neutral-Atom-Array mit 6.100 physikalischen Qubits, liegen weit unter dieser Schwelle und könnten nicht einmal die einfachere RSA-2048-Verschlüsselung brechen.
Experten wie Adam Back schätzen, dass Bitcoin für die nächsten 20 bis 40 Jahre keiner erheblichen Quantenbedrohung ausgesetzt sein wird. Dies gibt der Community ausreichend Zeit, sich vorzubereiten und auf neue Standards umzustellen. Die Umstellung auf quantensichere Kryptographie könnte selbst 5 bis 10 Jahre dauern.
Das National Institute of Standards and Technology (NIST) hat bereits Standards für post-quantensichere Kryptographie (PQC) genehmigt. Diese basieren auf mathematischen Problemen, die auch für zukünftige Quantencomputer schwer zu lösen sein werden. Die Bitcoin-Community arbeitet ebenfalls an technischen Verbesserungsvorschlägen (BIPs), um das Netzwerk zu schützen.
Die Hauptgefahr durch Quantencomputer besteht in der Möglichkeit, private Schlüssel aus öffentlichen Schlüsseln abzuleiten, insbesondere bei älteren Transaktionen, bei denen der öffentliche Schlüssel bereits offengelegt ist. Schätzungen zufolge könnten etwa 1,7 Millionen Bitcoins besonders anfällig sein, wenn der öffentliche Schlüssel sichtbar ist. Neuere Transaktionen bieten durch teils offengelegte öffentliche Schlüssel ein gewisses Maß an Schutz.




