ENS gibt Pläne für Namechain L2 auf – Ethereum L1 Skalierung siegt

Der Ethereum Name Service (ENS) hat seine Pläne für die Layer-2-Lösung Namechain aufgegeben. Stattdessen wird das ENSv2-Upgrade direkt auf Ethereum Layer 1 implementiert, da die Skalierung von Ethereum unerwartet schnell voranschreitet und die Gaskosten drastisch gesunken sind.

Die Entscheidung, auf Namechain zu verzichten, wird durch die erheblich gesunkenen Gaskosten auf Ethereum L1 begründet. Die Kosten für ENS-Registrierungen sind im letzten Jahr um 99 % gefallen, wobei die durchschnittlichen Gebühren nun unter 0,05 US-Dollar liegen. Dies steht im krassen Gegensatz zu den einst üblichen Kosten von mehreren zehn Dollar für grundlegende Transaktionen, als die Entwicklung von Namechain begann.

Mehrere Upgrades der Ethereum-Blockchain haben zu dieser verbesserten Skalierbarkeit geführt. Das ‚Fusaka‘-Upgrade im Jahr 2025 verdoppelte das Gaslimit von 30 Millionen auf 60 Millionen. Für 2026 ist ein weiteres Ziel von 200 Millionen Gas angestrebt, was einer Verdreifachung entspricht. Die Implementierung von EIP-4844 (Proto-Danksharding) trug ebenfalls zu geringeren Datenverfügbarkeitskosten und einer höheren Effizienz des Mainnets bei.

Die Verweildauer auf Ethereum L1 bietet die stärksten Garantien für Sicherheit und Dezentralisierung und vermeidet zusätzliche Vertrauensannahmen, die mit L2-Lösungen verbunden sein könnten.

Ein weiterer Vorteil des Verbleibs auf Layer 1 ist das vereinfachte Nutzererlebnis. Nutzer müssen keine separaten Wallets für die Domainverwaltung nutzen oder Assets über Bridges transferieren.

Ethereum-Mitbegründer Vitalik Buterin unterstützte die Entscheidung und bezeichnete sie als „weise“. Er betonte, dass wichtige Infrastruktur wie dezentrale Identitäten und Benutzerprofildaten auf Layer 1 angesiedelt sein sollten, um maximale Dezentralisierung und Sicherheit zu gewährleisten.

Die Roadmap für ENSv2 bleibt trotz der Einstellung von Namechain unverändert. Nutzer können sich weiterhin auf Funktionen wie Ein-Klick-Registrierung, Cross-Chain-Stablecoin-Zahlungen und ein neues Registrierungsdesign freuen. Die ENS App und der ENS Explorer sind bereits in der öffentlichen Alpha-Testphase. Technische Erkenntnisse aus der Namechain-Entwicklung sollen die Interoperabilität von ENS mit verschiedenen L2-Lösungen verbessern.