SEC: Rückgang bei Krypto-Verfahren sorgt für Kritik

Die US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC) sieht sich im Kongress mit erheblichem Druck konfrontiert. Demokratische Abgeordnete kritisieren einen deutlichen Rückgang der Krypto-Durchsetzungsverfahren unter dem Vorsitzenden Paul Atkins und befürchten eine schwächere Aufsicht.

Die SEC hat im Jahr 2025 lediglich 13 Krypto-bezogene Durchsetzungsverfahren eingeleitet, was einem Rückgang von rund 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies ist der niedrigste Stand seit 2017. Auch die verhängten Geldstrafen für Krypto-Verstöße sind im Jahr 2025 drastisch auf 142 Millionen US-Dollar gesunken, was weniger als drei Prozent des Betrags von 2024 ausmacht.

Demokraten äußerten im Repräsentantenhaus ihre Besorgnis und warfen Atkins vor, die Krypto-Aufsicht zu verlangsamen.

Besonders kritisiert wurden die Einstellung wichtiger Klagen, darunter die gegen Binance, Coinbase und Kraken, sowie die Aussetzung des Falls gegen den Tron-Gründer Justin Sun. Diese Entwicklungen wecken Befürchtungen, dass nachlassende Durchsetzung als politisches Signal missverstanden werden und das Vertrauen in den Kryptosektor untergraben könnte.

Atkins wies die Kritik zurück und betonte einen neuen Fokus auf ‚echte Schäden und Fehlverhalten‘.

Atkins verteidigte das Vorgehen der SEC und erklärte, die Behörde konzentriere sich nun auf Fälle mit eindeutigen Betrugsvorwürfen. Er deutete zudem eine strategische Neuausrichtung an, weg von gerichtsprozesslastigen Durchsetzungen hin zur Entwicklung klarer Regelwerke und verstärkter Zusammenarbeit mit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Ziel sei es, einen dauerhaften regulatorischen Rahmen für Kryptowährungen zu schaffen.