Europäische Banken planen Euro-Stablecoin bis 2026

Ein Konsortium europäischer Banken, bekannt als Qivalis, arbeitet an der Einführung eines an den Euro gekoppelten Stablecoins für die zweite Jahreshälfte 2026. Ziel ist es, eine europäische Alternative zu den US-Dollar-dominierten Kryptowährungen zu schaffen und Europas strategische Autonomie im Zahlungsverkehr zu stärken.

Das Qivalis-Konsortium, das im September 2025 mit neun Banken startete, zählt nun elf europäische Finanzinstitute, darunter namhafte Namen wie Banca Sella, CaixaBank, ING und UniCredit. Die Emission des neuen Stablecoins ist für die zweite Hälfte des Jahres 2026 angesetzt.

Der geplante Stablecoin wird vollständig im Einklang mit der EU-Verordnung Markets in Crypto-Assets (MiCAR) stehen, die im Juni 2024 in Kraft trat. Für die Lizenzerteilung bei der niederländischen Zentralbank (DNB) wurde ein neues Unternehmen in den Niederlanden gegründet und eine E-Geld-Instituts-Lizenz beantragt.

Intensive Gespräche laufen mit Krypto-Börsen, Market Makern und Liquiditätsanbietern, um den Stablecoin zu vertreiben. Sowohl europäische als auch internationale Partner werden in Betracht gezogen.

Die Besicherung des Stablecoins erfolgt im Verhältnis 1:1. Mindestens 40 % der Reserven werden in Bankeinlagen gehalten, der Rest in hochwertigen, kurzfristigen Staatsanleihen von Euro-Ländern. Derzeit dominieren US-Dollar-Stablecoins mit rund 99 % den Markt, während Euro-Stablecoins Ende 2025 nur etwa 650 Millionen Euro ausmachten.

S&P Global Ratings prognostiziert für eurogebundene Stablecoins ein starkes Wachstum von 650 Millionen Euro Ende 2025 auf 25 Milliarden bis 1.100 Milliarden Euro bis 2030.

Der Stablecoin soll rund um die Uhr zugängliche, effiziente grenzüberschreitende und programmierbare Zahlungen ermöglichen. Er soll auch Verbesserungen im Lieferkettenmanagement und bei der Abwicklung digitaler Vermögenswerte bieten und so zur strategischen Autonomie Europas beitragen.