Stablecoin-Zuflüsse steigen: USA diskutieren Zinsregeln

Die Zuflüsse in Stablecoins haben in der vergangenen Woche mit 1,7 Milliarden US-Dollar stark zugenommen. Parallel dazu intensiviert sich in Washington die Debatte über Zinsregelungen für diese digitalen Währungen, insbesondere im Hinblick auf den „GENIUS Act“.

Laut einem Bericht von Messari stiegen die wöchentlichen Netto-Stablecoin-Zuflüsse um 414,5 % im Vergleich zur Vorwoche. Dies führte zu einem positiven 30-Tage-Durchschnitt von 162,5 Millionen US-Dollar an täglichen Zuflüssen. Das Transaktionsvolumen verzeichnete einen Anstieg von 6,3 %, was auf eine erhöhte Nachfrage und gesteigerte On-Chain-Aktivität hindeutet. Dieser Aufschwung folgt auf eine schwächere Phase Anfang des Jahres mit niedrigeren Zuflüssen und Nettoabflüssen.

Die verstärkte Nachfrage nach Stablecoins fällt mit einer verschärften Debatte in Washington über „ertragsbringende“ Stablecoins zusammen. Der „GENIUS Act“ soll Stablecoin-Emittenten das direkte Zahlen von Zinsen oder Erträgen untersagen. Bankenverbände befürchten, dass dies zu erheblichen Einlagenabflüssen aus dem traditionellen Bankensystem führen könnte, mit Schätzungen, die von 311 Milliarden bis zu 1,3 Billionen US-Dollar reichen.

Die Kryptobranche kritisiert solche Beschränkungen als innovationshemmend und verweist auf mangelnde Beweise für einen Zusammenhang zwischen Stablecoins und großen Einlagenabflüssen.

Die Office of the Comptroller of the Currency (OCC) hat einen Vorschlag zur Regelung von Stablecoins unter dem GENIUS Act vorgelegt, der auch versucht, Schlupflöcher zu schließen, die Krypto-Börsen die Zahlung von Zinsen über Dritte ermöglichen.

Die anhaltenden Streitigkeiten über Stablecoin-Erträge haben die Verabschiedung eines umfassenderen Krypto-Marktstrukturgesetzes im Senatsausschuss verzögert. Ein möglicher Kompromiss könnte darin bestehen, passive Erträge auf ungenutzte Guthaben nicht zu erlauben, aktivitätsbasierte Belohnungen aber zuzulassen.

Stablecoins wie USDC und PYUSD bieten Renditen von über 4 %, während traditionelle Sparkonten bei Banken bei etwa 0,01 % liegen. Die Marktkapitalisierung von Stablecoins lag am 10. Februar 2026 bei rund 307,29 Milliarden US-Dollar. Länder wie China, Singapur und die Schweiz entwickeln ebenfalls Rahmenbedingungen für digitale Instrumente, was den Druck auf die USA erhöht.