Der US-Bundesstaat Utah plant ein Verbot von Vorhersagemärkten wie Kalshi und Polymarket, was zu einem eskalierenden Konflikt mit den Plattformen und der Bundesaufsichtsbehörde CFTC führt. Utah stuft diese als Glücksspiel ein, während die Unternehmen und die CFTC sie als bundesrechtlich regulierte Derivate betrachten.
Utah verfolgt eine strenge Haltung gegen Glücksspiel, die tief in seiner Verfassung und den konservativen Werten des Staates verwurzelt ist. Dies manifestiert sich in einem Mangel an traditionellen Glücksspielangeboten wie Casinos oder Lotterien. Gouverneur Spencer Cox hat die Vorhersagemärkte scharf kritisiert und sie als eine Form des digitalen Glücksspiels bezeichnet, das insbesondere junge Menschen anspreche.
Das Repräsentantenhaus von Utah verabschiedete kürzlich den Gesetzesentwurf HB243, der „Proposition Betting“, also Wetten auf einzelne Ereignisse innerhalb eines Spiels, als Glücksspiel klassifiziert. Ziel ist es, solche Angebote, auch wenn sie sich als Vorhersagemärkte tarnen, im Bundesstaat zu unterbinden.
„Wir stecken jedem Amerikaner ein Casino in die Tasche, und sie zielen besonders auf junge Leute ab. Es ist wirklich schrecklich, was sie tun.“ – Gouverneur Spencer Cox
Als direkte Reaktion auf die Gesetzgebung reichte Kalshi Klage gegen Utah ein und forderte eine einstweilige Verfügung. Das Unternehmen beharrt darauf, dass seine Event-Kontrakte unter die Regulierung der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) fallen und keine Glücksspiele sind.
Die CFTC unterstützt Kalshis Position und beansprucht die ausschließliche Zuständigkeit für diese Märkte. CFTC-Vorsitzender Michael Selig betonte die langjährige Erfahrung der Behörde mit Derivatemärkten und die legitime Funktion von Vorhersagemärkten, etwa zur Absicherung. Er kündigte an, dass die CFTC sich juristischen Auseinandersetzungen nicht scheue.
„Denjenigen, die unsere Autorität in diesem Bereich in Frage stellen wollen, sei gesagt: Wir sehen uns vor Gericht.“ – Michael Selig, CFTC-Vorsitzender
Der Konflikt in Utah ist Teil eines größeren bundesweiten Disputs, bei dem über 20 Klagen eingereicht wurden. Diese Klagen hinterfragen die Klassifizierung von Vorhersagemärkten als Finanzbörsen oder staatlich regulierte Glücksspielbetriebe. Gouverneur Cox zweifelt die Autorität der CFTC in Bezug auf sportbezogene Derivate an.
Das Handelsvolumen von Vorhersagemärkten ist stark angestiegen, von 100 Millionen US-Dollar Anfang 2024 auf 13 Milliarden US-Dollar Ende 2025. Allein beim Super Bowl wurden über 1 Milliarde US-Dollar gehandelt, wobei Sportwetten einen erheblichen Anteil ausmachen.
Parallel dazu wurde auf Bundesebene der „Event Contract Enforcement Act“ vorgeschlagen, der Event-Kontrakte im Zusammenhang mit nationalen Sicherheitsrisiken oder illegalen Aktivitäten verbieten soll. Das Gesetz würde der CFTC weitreichendere Befugnisse zur Regulierung und zum Verbot bestimmter Kontrakte erteilen.




