BPI kritisiert Basler Banken-Risikogewichtung für Bitcoin

Eine Fürsprechergruppe für Bitcoin plant, die Behandlung von Kryptowährungen durch den Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) herauszufordern. Das Bitcoin Policy Institute (BPI) kritisiert die als „toxisch“ empfundene Risikogewichtung von Bitcoin und fordert eine Überprüfung der aktuellen Vorschriften.

Der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht (BCBS) hat im Dezember 2022 eine Überarbeitung seines Aufsichtsrahmens für Banken, die Krypto-Assets halten, fertiggestellt. Diese Regelungen sollen bis zum 1. Januar 2025 umgesetzt werden. Aktuell wird Bitcoin (BTC) im Rahmen dieser Richtlinien mit einer Risikogewichtung von 1250 % belegt. Diese Einstufung macht die Haltung von Bitcoin-Positionen für Banken extrem kostspielig und erschwert seine Integration in das traditionelle Bankensystem.

Die Risikogewichtung von 1250 % bedeutet, dass Banken für jede Bitcoin-Position eine 1:1-Deckung mit Sicherheiten vorhalten müssen. Dies macht das Halten oder Anbieten von Finanzdienstleistungen für Banken äußerst kostspielig.

Zum Vergleich: Bargeld, physisches Gold und Staatsanleihen haben eine Risikogewichtung von 0 % unter dem Basler Rahmenwerk. Kritiker bemängeln, dass diese hohe Kapitalanforderung Banken davon abhalten kann, Finanzdienstleistungen für Bitcoin-Nutzer und -Unternehmen anzubieten.

Der Basler Rahmen unterteilt digitale Assets in zwei Gruppen. Gruppe 1 umfasst tokenisierte traditionelle Vermögenswerte und Stablecoins mit effektiven Stabilisierungsmechanismen. Gruppe 2 beinhaltet Krypto-Assets, die keine Klassifizierungsbedingungen erfüllen und als risikoreicher gelten. Bitcoin fällt in Gruppe 2b, da es als schwer absicherbar und volatil eingestuft wird. Die gesamten Engagements einer Bank in Krypto-Assets der Gruppe 2 sind zudem auf maximal 1 % des Kernkapitals begrenzt, wobei eine strikte 2 %-Grenze gilt.

Das Bitcoin Policy Institute (BPI) plant, einen öffentlichen Kommentar zu einem bevorstehenden Vorschlag der US-Notenbank (Federal Reserve) abzugeben, der die Umsetzung der Basler Risikogewichtungsrichtlinien für US-Banken regeln wird. Das BPI argumentiert, dass der Basler Rahmen Bitcoin fälschlicherweise als undurchsichtige Verbriefung statt als transparente, liquide digitale Gut einstuft.

Das BPI bezeichnet die aktuelle Einstufung von Bitcoin im Basler Rahmen als „Kategorienfehler“ und fordert eine korrekte Handhabung durch die Regulierungsbehörden.

Michelle Bowman, stellvertretende Vorsitzende der Federal Reserve, hat bestätigt, dass die Behörde in den kommenden Wochen Regeln zur Umsetzung der letzten Phase von Basel in den USA vorschlagen wird, um eine effizientere Regulierung zu gewährleisten.