Kentucky HB380: Wiederherstellungs-Pflicht für Hardware-Wallets?

Das Repräsentantenhaus von Kentucky hat den Gesetzentwurf HB380 verabschiedet, der Kritiker auf den Plan ruft. Insbesondere eine Bestimmung, die Hersteller von Hardware-Wallets zur Bereitstellung von Wiederherstellungsmechanismen verpflichtet, sorgt für Bedenken hinsichtlich der Sicherheit und Selbstverwaltung von Kryptowährungen.

Der Gesetzentwurf House Bill 380 (HB380) sieht vor, dass Hersteller von Hardware-Wallets einen Mechanismus zur Wiederherstellung von Passwörtern, PINs oder Seed-Phrases anbieten müssen. Dieser Prozess soll nach einer Identitätsprüfung durch den Hersteller erfolgen. Krypto-Befürworter kritisieren diese Anforderung scharf.

Das Bitcoin Policy Institute bezeichnet die Anforderung als ‚technisch unmöglich‘ für Non-Custodial Wallets, bei denen Hersteller keinen Zugriff auf sensible Nutzerdaten haben.

Kritiker befürchten, dass die geplante Regelung eine Hintertür schaffen könnte, die die grundlegenden Sicherheitsmerkmale von Bitcoin untergräbt. Dies könnte die Selbstverwaltung von Kryptowährungen gefährden und Nutzer zu zentralisierten Diensten drängen, die anfälliger für Angriffe sind.

Zudem steht die Bestimmung im Widerspruch zu einem bereits bestehenden Gesetz in Kentucky, HB701, das die unabhängige Kontrolle über selbstverwahrte Wallets und private Schlüssel schützt.

HB380 wurde einstimmig vom Repräsentantenhaus verabschiedet und liegt nun dem Senat von Kentucky zur Prüfung vor. Der Gesetzentwurf enthält auch Regelungen zu Krypto-Geldautomaten, Lizenzen und Transaktionslimits. Das Bitcoin Policy Institute drängt den Senat, die umstrittene Bestimmung zu streichen.