Argentinien: Bitcoin-Kreditkarte gegen Inflation

Die argentinische Krypto-Börse Lemon hat eine Bitcoin-gedeckte Kreditkarte eingeführt. Diese ermöglicht Bürgern den Zugang zu Pesos-Finanzierungen, ohne Bitcoin verkaufen zu müssen. Ein innovativer Schritt angesichts der wirtschaftlichen Situation des Landes.

Argentinien kämpft seit Jahren mit hoher Inflation und Währungsabwertung. Viele Bürger setzen daher auf den US-Dollar als Wertspeicher oder nutzen Bitcoin. Schätzungen zufolge lagern rund 271 Milliarden US-Dollar außerhalb des formellen Finanzsystems. Historische Ereignisse wie der ‚Corralito‘ von 2001, bei dem Bankabhebungen eingefroren wurden, haben das Misstrauen in traditionelle Banken verstärkt.

„Wir haben eine einfache Möglichkeit geschaffen, Kredite in Pesos zu erhalten, indem Bitcoin als Sicherheit verwendet wird, ohne eine Kredithistorie zu benötigen.“

Lemon, die zweitgrößte Krypto-Börse Argentiniens, reagiert auf diese Bedürfnisse mit der Einführung einer Visa-Kreditkarte. Diese nutzt hinterlegte Bitcoin-Bestände als Sicherheit für Pesos-Kredite. Ziel ist es, langfristige Bitcoin-Ersparnisse in ein nutzbares Finanzinstrument für den Alltag zu verwandeln. Die Notwendigkeit einer Kredithistorie oder eines traditionellen Bankkontos entfällt.

Für die Nutzung der Karte genügt die Hinterlegung von 0,01 BTC, was einem Wert von etwa 900 US-Dollar entspricht, um ein Kreditlimit von rund 1 Million Pesos zu erhalten. Lemon plant, die Funktionalität der Karte zukünftig zu erweitern. Dazu gehören anpassbare Sicherheitenquoten, Kreditlimits und die Möglichkeit, Rückzahlungen in Stablecoins wie USDC und USDT für dollar-denominierte Einkäufe zu tätigen.

Die Karte unterstützt über 30 verschiedene Kryptowährungen und ermöglicht provisionsfreie Einkäufe. Dieser Service bietet Argentiniern eine neue Möglichkeit, ihre digitalen Vermögenswerte im täglichen Finanzleben einzusetzen und sich gleichzeitig gegen die Volatilität der nationalen Währung abzusichern.