Binance: US-Senator prüft Sanktionsumgehung

US-Senator Richard Blumenthal hat eine umfassende Untersuchung gegen die Kryptobörse Binance eingeleitet. Im Fokus stehen schwerwiegende Vorwürfe der Umgehung von Sanktionen gegen den Iran und Russland. Blumenthal fordert die Offenlegung interner Aufzeichnungen zu den mutmaßlichen Verstößen.

Die Ermittlungen basieren auf Berichten, wonach Binance Transaktionen im Wert von rund 1,7 Milliarden US-Dollar für sanktionierte iranische Einrichtungen und russische Öltanker ermöglicht haben soll. Interne Ermittler von Binance sollen über 2.000 iranische Konten identifiziert haben, obwohl Sanktionen bestehen. Der Handel mit regierungsnahen iranischen Organisationen soll über Partner wie Hexa Whale und Blessed Trust erfolgt sein.

Interne Ermittlungen sollen Kryptowährungstransfers zu Wallets verfolgt haben, die mit den iranischen Revolutionsgarden in Verbindung stehen.

Zudem werden Zahlungen an Besatzungsmitglieder russischer Öltanker genannt, die Sanktionen umgehen sollen. Senator Blumenthal wirft Binance vor, „klare Warnzeichen ignoriert, wissentlich illegale Konten zugelassen und sogar aktive Unterstützung für Geldwäsche betreibende Einheiten geleistet“ zu haben.

Er behauptet, Binance habe Ratschläge zur Stärkung von Know-Your-Customer (KYC)-Anforderungen ignoriert und Versuche zur Verhinderung von Sanktionsumgehungen abgelehnt. Mitarbeiter, die Bedenken äußerten, sollen suspendiert oder entlassen worden sein.

Binance weist die Vorwürfe zurück und erklärt, verdächtige Aktivitäten identifiziert und gemeldet zu haben.

Das Unternehmen bestreitet die Medienberichte und betont, keine iranischen Nutzer zuzulassen. Binance gibt an, Compliance-Maßnahmen gestärkt und das Engagement bei sanktionierten Entitäten reduziert zu haben.

Blumenthal bezeichnete Binance als „Wiederholungstäter“ und verwies auf frühere Verstöße gegen Anti-Geldwäsche-Gesetze, die zu einer Vergleichszahlung von über 4 Milliarden US-Dollar führten.