Bitcoin: Wie real ist die Gefahr durch Quantencomputer?

Die Debatte um die Sicherheit von Bitcoin angesichts der fortschreitenden Quantencomputer-Technologie wird intensiv geführt. Während einige Experten die Gefahr als langfristig und beherrschbar einstufen, warnen andere vor potenziellen Schwachstellen. Galaxy Digital CEO Mike Novogratz sieht keine existenzielle Krise, betont aber die Notwendigkeit der Anpassung.

Aktuelle Quantencomputer befinden sich noch in einer frühen Entwicklungsphase (NISQ-Ära) mit weniger als 100 logischen Qubits. Für das Knacken der von Bitcoin verwendeten elliptischen Kurvenkryptographie (ECDSA) wären jedoch Tausende von logischen Qubits und Millionen von Operationen notwendig, was die heutigen Kapazitäten bei weitem übersteigt. Experten gehen davon aus, dass es noch ein Jahrzehnt oder länger dauern könnte, bis Quantencomputer eine signifikante Bedrohung darstellen.

Die Sicherheit von Bitcoin stützt sich auf Hash-Funktionen und die elliptische Kurvenkryptographie. Theoretisch könnte ein ausreichend leistungsfähiger Quantencomputer öffentliche Schlüssel umkehren, um private Schlüssel zu rekonstruieren. Diese Technologie existiert jedoch aktuell nicht.

Rund 35% des gesamten Bitcoin-Bestands könnten theoretisch zukünftigen Quantenrisiken ausgesetzt sein. Davon sind etwa 1,7 Millionen BTC in älteren, als verloren geltenden Adressen.

Diese potenziell gefährdeten Bitcoins beinhalten ältere Adresstypen wie ‚Pay-to-Public-Key‘ (P2PK). Allerdings könnten rund 65% der Bitcoins bereits in quantenresistenten Adressformaten gespeichert sein, und weitere 5,2 Millionen BTC in wiederverwendbaren Adressen könnten migriert werden.

Die kryptographische Gemeinschaft arbeitet an ‚Post-Quanten-Kryptographie‘ (PQC), um sichere Verschlüsselungsmethoden zu entwickeln. Initiativen wie der Bitcoin Improvement Proposal (BIP) 360 zielen darauf ab, neue, quantenangriffssichere Adresstypen zu implementieren, um einen zukünftigen Übergang zu ermöglichen.

Galaxy Digital CEO Mike Novogratz sieht interne Meinungsverschiedenheiten unter Entwicklern als größere Gefahr für Bitcoin als Quantencomputing.

Novogratz geht davon aus, dass Bitcoin langfristig in der Lage sein wird, mit den Herausforderungen durch Quantencomputer umzugehen, und dass diese eher ein Problem für die allgemeine Welt darstellen werden.