China: Yuan-Dominanz und Krypto-Flucht trotz Kontrollen

China strebt die globale Dominanz des Renminbi als Reservewährung an und forciert die Einführung des digitalen Yuan. Dennoch behindern strenge Kapitalverkehrskontrollen die internationale Akzeptanz, was chinesische Händler zunehmend zu alternativen Währungen wie USDT und Bitcoin greifen lässt.

Präsident Xi Jinping hat die Transformation des Renminbi in eine „starke Währung“ zum Ziel erklärt, die weltweit verbreitet ist und den Status einer globalen Reservewährung erreicht. Seit 2009 treibt China die Internationalisierung des Renminbi voran. Im Jahr 2016 erfolgte die offizielle Anerkennung als Reservewährung durch den Internationalen Währungsfonds (IWF). China ist zudem ein Vorreiter bei der Entwicklung des digitalen Yuan (e-CNY), mit dem es eine Führungsrolle im digitalen internationalen Zahlungsverkehr anstrebt. Ab 2026 soll der digitale Yuan Zinsen zahlen, um seine Verbreitung zu beschleunigen. Das chinesische Cross-Border Interbank Payment System (CIPS) verarbeitete 2024 Transaktionen im Wert von 175,49 Billionen Yuan, ein Anstieg von 43 % gegenüber dem Vorjahr.

Trotz dieser Bemühungen ist der Anteil des Renminbi an den globalen Währungsreserven mit 1,93 % im dritten Quartal 2025 gering. Dies entspricht etwa 251 Milliarden US-Dollar bei einem Gesamtvolumen von 13 Billionen US-Dollar und stellt einen Rückgang gegenüber dem Höchststand von 2,83 % Anfang 2022 dar. Im Vergleich dazu dominierten der US-Dollar mit 56,92 % und der Euro mit 20,33 % die globalen Reserven. Ein Hauptgrund für die begrenzte Akzeptanz des Renminbi ist die mangelnde freie Konvertierbarkeit infolge der chinesischen Kapitalverkehrskontrollen.

Chinas strenge Kapitalverkehrskontrollen sind ein zentraler Faktor, der die internationale Attraktivität des Renminbi als Reservewährung einschränkt.

Seit September 2021 sind Kryptowährungstransaktionen in China illegal. Dennoch nimmt die unterirdische Handelsaktivität, auch aufgrund wirtschaftlicher Faktoren wie einer Jugendarbeitslosigkeit von rund 20 %, zu. Die chinesische Zentralbank (PBoC) verstärkt ihre Überwachung von Stablecoins wie Tether (USDT) und USDC, da sie diese als Bedrohung für die monetäre Souveränität ansieht.

Gerichte in China haben entschieden, dass Stablecoins wie USDT nicht für Gehaltszahlungen verwendet werden dürfen. Behörden fordern verstärkte Maßnahmen gegen den Einsatz von Kryptowährungen für illegale Devisengeschäfte. Zwei Personen wurden zu fünfjährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie USDT nutzten, um Kapitalverkehrskontrollen zu umgehen und Transaktionen im Wert von 30 Millionen RMB (etwa 4,1 Millionen US-Dollar) abzuwickeln.

Trotz der Verbote ist das Handelsvolumen von USDT durch chinesische Kunden seit 2021 um das Fünffache gestiegen, insbesondere für internationale Zahlungen.

Dies wird auf die Kapitalverkehrskontrollen, geopolitische Spannungen und volatile Schwellenländerwährungen zurückgeführt, die Exporteure auf USDT ausweichen lassen. Nach dem Verbot inländischer Krypto-Plattformen 2021 nutzten viele Chinesen ausländische Plattformen, oft über VPNs. Die chinesische Regierung plant, die Maßnahmen gegen Offshore-Plattformen und den Handel auf ausländischen Börsen zu verschärfen.