Custodia verliert Rechtsstreit gegen Federal Reserve um Masterkonto

Der langwierige Rechtsstreit der Custodia Bank gegen die Federal Reserve wegen des Zugangs zu einem Masterkonto wurde gerichtlich zugunsten der Fed entschieden. Unabhängig davon öffnet die Federal Reserve die Tür für eingeschränkte Masterkonten für digitale Vermögenswerte.

Die Custodia Bank, ein Spezialverwahrungsinstitut für digitale Vermögenswerte aus Wyoming, beantragte 2020 ein Masterkonto bei der Federal Reserve. Ziel war der direkte Zugang zum Fed-Zahlungssystem, um Transaktionen effizienter abzuwickeln. Die Fed lehnte den Antrag im Januar 2023 ab, mit Verweis auf Mängel im Risikomanagement von Custodia und potenzielle systemische Risiken. Custodia klagte daraufhin wegen unrechtmäßiger Verzögerung und angeblicher Verweigerung des Zugangs für berechtigte Institute.

Ein Bundesbezirksgericht und das US-Berufungsgericht des Zehnten Bezirks bestätigten das Ermessen der Federal Reserve, Anträge auf Masterkonten abzulehnen.

Das Berufungsgericht entschied am 31. Oktober 2025 mit 2:1 Stimmen, dass die Federal Reserve Banks berechtigt sind, Anträge auf Masterkonten abzulehnen. Dies stützt die Position der Fed, den Zugang zur Wahrung der Finanzsystemstabilität einzuschränken. Custodia prüft derzeit eine Wiederanhörung. Bankenverbände reichten Schriftsätze ein, um eine solche Wiederanhörung abzulehnen.

Parallel zu Custodias Klage hat die Federal Reserve das Konzept der „Skinny Master Accounts“ eingeführt. Gouverneur Christopher Waller stellte dies im Oktober 2025 vor. Der Federal Reserve Board sammelte Kommentare zu einem Prototyp für spezielle Zahlungskonten, die auf die Bedürfnisse von Institutionen im Bereich Zahlungsinnovationen zugeschnitten sind und geringere Risiken bergen sollen.

Am 4. März 2026 genehmigte die Kansas City Fed ein eingeschränktes Konto für Kraken Financial, was den ersten direkten Zugang einer Digital-Asset-Bank zur Fed-Infrastruktur ohne Partnerbank darstellt.

Diese Genehmigung erfolgte als einjähriges Pilotprojekt mit spezifischen Einschränkungen, bevor die formellen „Skinny Master Accounts“-Richtlinien finalisiert waren. Bankenverbände äußerten Bedenken hinsichtlich einer Lockerung der Standards und forderten Schutzmaßnahmen, um die Finanzstabilität zu gewährleisten. Die Fed-Richtlinien von August 2022 legen sechs Prinzipien und ein dreistufiges Überprüfungsrahmenwerk für Masterkonto-Anträge fest, das diverse Risiken berücksichtigt.