Eine Gruppe von Ökonomen fordert, dass bei der Ausgestaltung des digitalen Euros das öffentliche Interesse stärker berücksichtigt wird. Obwohl ein spezifischer offener Brief nicht direkt auffindbar ist, spiegeln verschiedene Stellungnahmen die wachsende Debatte wider, insbesondere hinsichtlich der Rolle des Staates.
Die Europäische Zentralbank (EZB) plant die Einführung eines digitalen Euros, der als Ergänzung zum physischen Bargeld dienen soll. Ziel ist es, eine sichere und datenschutzfreundliche digitale Zahlungsmöglichkeit für alle Bürger im Euroraum zu schaffen. Die EZB betont, dass der digitale Euro die privateste elektronische Zahlungsoption werden soll, um Bedenken bezüglich Überwachung auszuräumen.
Dennoch äußern einige Ökonomen Bedenken. Professor Dr. Peter Bofinger argumentiert, dass bereits genügend private Zahlungsinstrumente existieren und bestehende Initiativen gestärkt werden sollten, bevor ein digitaler Euro eingeführt wird. Dies wirft Fragen nach der Notwendigkeit eines staatlichen digitalen Zahlungsmittels auf.
63% der Befragten halten es für wichtig, dass der digitale Euro eine staatlich gestützte, europäische Zahlungsmethode ist.
Die Forderung nach „öffentlichem Interesse“ umfasst mehrere Aspekte. Einerseits geht es um den Schutz der Privatsphäre, da trotz Zusicherungen der EZB weiterhin Bedenken hinsichtlich der Überwachung bestehen. Laut einer Bundesbank-Umfrage sahen 8% der Befragten den digitalen Euro als Instrument zur Überwachung.
Andererseits wird der digitale Euro als Mittel zur Stärkung der europäischen Finanzautonomie und zur Reduzierung der Abhängigkeit von ausländischen Zahlungsdienstleistern gesehen. Er soll auch die Widerstandsfähigkeit des europäischen Finanzsystems erhöhen.
Befürchtungen bezüglich der Privatsphäre sind bei europäischen Bürgern und Politikern spürbar.
Die Einführung des digitalen Euros befindet sich in einer vorbereitenden Phase, die bis Oktober 2025 dauern soll. Ein Gesetzesvorschlag der EU-Kommission wird für Ende 2026 erwartet, während die EZB eine potenzielle Erstausgabe für 2029 anstrebt.




