Der europäische Kryptomarkt verzeichnet ein starkes Wachstum, wobei das Handelsvolumen bis 2024 voraussichtlich 40,5 Billionen US-Dollar erreichen wird. Doch ein verborgenes Problem, das „Venue Gap“, beeinträchtigt die Ausführungspreise für Händler stillschweigend.
Europa hat sich zu einem globalen Zentrum für Krypto-Transaktionen entwickelt und wird voraussichtlich 37,32 % des weltweiten Transaktionswerts ausmachen. Dieses Wachstum wird durch die „Markets in Crypto-Assets Regulation“ (MiCA) vorangetrieben, die einen umfassenden Rechtsrahmen für Krypto-Assets in der EU schafft. Die MiCA-Verordnung, deren Großteil Anfang 2025 wirksam wird, zielt auf Marktintegrität und Anlegerschutz ab. Erste Auswirkungen zeigen sich bereits im Stablecoin-Markt, wo das euro-denominierte Handelsvolumen zunimmt.
Das Krypto-Handelsvolumen aus Europa wird für 2024 auf rund 40,5 Billionen US-Dollar geschätzt, was einer deutlichen Steigerung gegenüber 2022 entspricht.
Trotz des Wachstums und der regulatorischen Klarheit durch MiCA steht der europäische Markt vor dem „Venue Gap“, einer Marktfragmentierung, bei der ein signifikanter Teil des Handels, insbesondere große institutionelle Transaktionen, über Over-the-Counter (OTC)-Märkte abgewickelt wird. Das OTC-Krypto-Handelsvolumen stieg 2024 um 106 %.
Institutionelle Anleger bevorzugen OTC-Märkte für diskrete und sichere Transaktionen großer Mengen. Da jedoch nur wenige zentrale Börsen den Großteil des Euro-Volumens abwickeln (fünf Börsen machen 97 % aus), kann die Liquidität für spezifische Paare wie Bitcoin-Euro (BTC-EUR) auf öffentlichen Handelsplätzen begrenzt sein.
Eine geringe Liquidität und Marktfragmentierung können zu breiteren Spreads und erhöhter Slippage führen, was die Handelskosten für Anleger erhöht.
Ein hoher Spread, die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis, deutet auf geringe Liquidität oder hohe Volatilität hin. Slippage beschreibt die Ausführung einer Order zu einem unerwarteten Preis. Die fehlende Tiefe in den Orderbüchern regulierter Handelsplätze für BTC-EUR und ETH-EUR führt zu höheren effektiven Ausführungskosten für Händler.




