Die Federal Reserve hat eine bedeutende Kehrtwende in ihrer Krypto-Politik vollzogen und Kraken Financial ein Masterkonto bei der Kansas City Fed gewährt. Diese Entscheidung, gepaart mit der Aufhebung umstrittener Leitlinien, markiert einen potenziellen Paradigmenwechsel im Umgang mit digitalen Vermögenswerten im traditionellen Finanzsystem.
Am 4. März 2026 erhielt Kraken Financial, die Bank des Krypto-Börsenbetreibers Kraken, ein Masterkonto von der Federal Reserve Bank of Kansas City. Dies ist ein historischer Schritt, da Kraken Financial das erste Unternehmen für digitale Vermögenswerte in den USA ist, das direkten Zugang zur Zahlungsinfrastruktur der Federal Reserve erhält. Dieses Konto ermöglicht direkte Verbindungen zu primären US-Zahlungsschienen wie Fedwire, wodurch die Abhängigkeit von Korrespondenzbanken entfällt. Arjun Sethi, Co-CEO von Payward und Kraken, bezeichnete dies als Meilenstein, der die Konvergenz von Krypto-Infrastruktur und souveränen Finanzschienen darstellt. Der direkte Zugang soll schnellere und effizientere Fiat-Geldtransfers für institutionelle Kunden ermöglichen, während Komplexität und Kosten reduziert werden.
Dieses Masterkonto ermöglicht es Kraken Financial, sich direkt mit den primären US-Zahlungsschienen wie Fedwire zu verbinden, ohne auf zwischengeschaltete Korrespondenzbanken angewiesen zu sein.
Kraken Financial, das 2020 eine Wyoming Special Purpose Depository Institution (SPDI) Charta erhielt und auf Vollreservebasis operiert, erhielt die Genehmigung nach über fünf Jahren regulatorischer Zusammenarbeit. Das von der Kansas City Fed für ein Jahr genehmigte Konto ist ein „Limited Purpose Account“ oder „Skinny Account“, das bestimmte Bankprivilegien wie Zinsen auf Reserven oder Zugang zum Diskontfenster ausschließt.
Die Gewährung des Masterkontos an Kraken signalisiert eine Abkehr der Federal Reserve von der vollständigen Ausgrenzung hin zu einer kontrollierten Integration von Krypto-Firmen. Ein weiterer Hinweis ist die Aufhebung der Krypto-Banken-Leitlinien aus dem Jahr 2023 im Dezember 2025. Diese Richtlinien, die auf dem Prinzip „gleiche Aktivität, gleiche Risiken, gleiche Regulierung“ basierten, hatten den Handlungsspielraum für Banken im digitalen Vermögensmarkt eingeschränkt. Ihre Aufhebung deutet auf einen flexibleren Aufsichtsansatz hin.
Die Nominierung von Sarah Bloom Raskin durch Präsident Biden im Februar 2022 für die Position der Vizevorsitzenden für Aufsicht stieß im Senat auf erheblichen Widerstand. Raskins Fokus auf Klimarisiken und deren finanzielle Auswirkungen führte zu Bedenken hinsichtlich einer potenziellen Diskriminierung bestimmter Wirtschaftszweige. Sie zog ihre Nominierung im März 2022 zurück, nachdem sie keine ausreichende Unterstützung erhalten hatte. Jüngere Diskussionen Ende 2024/Anfang 2025 über Pläne einer möglichen Trump-Regierung bezüglich einer „US Strategic Bitcoin Reserve“ und einer pro-Krypto-Agenda deuten ebenfalls auf eine sich wandelnde Haltung gegenüber digitalen Vermögenswerten hin.




