Die Kryptobörse Gemini zieht sich zum 6. April 2026 aus dem Vereinigten Königreich, der EU und Australien zurück. Dieser Schritt könnte die britischen Ambitionen, ein globales Krypto-Zentrum zu werden, empfindlich treffen. Als Gründe nennt Gemini betriebliche Komplexität und geringe Nachfrage.
Gemini hat angekündigt, ab dem 6. April 2026 keine Dienste mehr im Vereinigten Königreich, der Europäischen Union und Australien anzubieten. Dies bedeutet die Schließung aller Kundenkonten in diesen Regionen. Der Rückzug von Gemini wird als Rückschlag für die Bestrebungen Großbritanniens gewertet, sich als führendes Krypto-Zentrum zu etablieren. Bestehende Kundenkonten werden ab dem 5. März 2026 in einen reinen Auszahlungsmodus versetzt. Gemini kooperiert mit eToro, um die Übertragung von Vermögenswerten zu erleichtern.
Gemini begründet den Ausstieg mit zunehmender betrieblicher Komplexität und Kosten in diesen Märkten sowie unzureichender Nachfrage, die diese nicht rechtfertige.
Das Unternehmen plant, sich stärker auf die Expansion in den USA und die Skalierung seiner Prognosemarkt-Plattform ‚Gemini Predictions‘ zu konzentrieren. Parallel dazu wird Gemini seine globale Belegschaft um etwa 25 % reduzieren, was rund 200 Mitarbeitern entspricht. Als weiteren Grund für den Personalabbau nennt das Unternehmen die durch Künstliche Intelligenz (KI) ermöglichte Automatisierung, die die Effizienz von Ingenieuren steigern soll.
Die britische Regierung hat wiederholt die Absicht bekundet, das Vereinigte Königreich zu einem führenden globalen Zentrum für Krypto-Technologie und Investitionen zu machen. Ein zentraler Bestandteil dieser Strategie ist die Schaffung eines umfassenden Regulierungsrahmens für Krypto-Assets, der bis 2027 eingeführt werden soll und die gleichen Standards wie für traditionelle Finanzprodukte anwenden will. Die Finanzaufsichtsbehörde FCA ist für die Durchsetzung der neuen Regeln zuständig und plant, die ‚Consumer Duty‘ auf Krypto-Unternehmen auszuweiten.
Das Vereinigte Königreich hat Initiativen wie die ‚Digital Securities Sandbox‘ gestartet, um Blockchain-basierte Lösungen zu testen und prüft die Ausgabe digitaler Staatsanleihen.
Derzeit müssen Krypto-Unternehmen in Großbritannien bei der FCA gemäß den Vorschriften zur Bekämpfung von Geldwäsche (AML) und Terrorismusfinanzierung registriert sein. Die FCA plant neue Regeln, die unter anderem strengere Anforderungen an die operationelle Widerstandsfähigkeit und Cybersicherheit beinhalten. Das neue Krypto-Regulierungsregime soll voraussichtlich am 25. Oktober 2027 in Kraft treten. Es ist jedoch zu beachten, dass das Financial Services Compensation Scheme (FSCS) Krypto-Aktivitäten nicht abdeckt. Es gibt Bedenken, dass eine zu strenge Aufsicht die Position Großbritanniens als globales Krypto-Zentrum schwächen könnte.




