Globale Sanktionen führen zu einer bemerkenswerten Zunahme und Neuausrichtung illegaler Kryptoaktivitäten. Sanktionierte Staaten und Entitäten nutzen Kryptowährungen verstärkt, um traditionelle Finanzsysteme zu umgehen, was zu einem Rekordanstieg bei illegalen Transaktionen führt. Besonders Nationalstaaten spielen dabei eine wachsende Rolle.
Im Jahr 2025 erreichten illegale Krypto-Adressen Zuflüsse von mindestens 154 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 162 % im Vergleich zu 59 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Dieser Zuwachs ist maßgeblich auf die Transaktionen sanktionierter Akteure zurückzuführen, die im Jahr 2025 fast 700 % mehr Kapital bewegten als im Vorjahr. Dennoch bleibt der Anteil illegaler Aktivitäten am gesamten On-Chain-Transaktionsvolumen unter 1 %.
Staaten wie Russland mit seinem rubelgestützten A7A5-Token und der Iran nutzen zunehmend Krypto, um westliche Sanktionen zu umgehen und ihre Finanzierungsziele zu erreichen.
Die Methoden illegaler Transaktionen entwickeln sich weiter: Statt früherer Hacks und Betrügereien dominieren nun koordinierte und technisch raffinierte Aktivitäten. Sanktionierte Entitäten, deren Zugang zum globalen Bankensystem eingeschränkt ist, zeigen eine wachsende Vertrautheit mit Blockchain-Tools. Stablecoins machen 84 % des illegalen Transaktionsvolumens aus, da sie einfache grenzüberschreitende Überweisungen und geringere Volatilität bieten. Chinesische Geldwäschenetzwerke bieten zudem ‚Laundering-as-a-Service‘ an.
Die globale Sanktionslandschaft ist stark gewachsen. Im Mai 2025 waren weltweit fast 80.000 Einzelpersonen und Unternehmen von Sanktionen betroffen. Allein die USA fügten 2024 die höchste jährliche Zahl von Entitäten ihrer Sperrliste hinzu. Dies erhöht den Anreiz für Betroffene, alternative Abwicklungssysteme wie Kryptowährungen zu nutzen.
Als Reaktion auf die Krypto-Nutzung für illegale Zwecke werden regulatorische Rahmenbedingungen weltweit angepasst, wie z.B. die MiCA-Verordnung der EU.
Bereits 2022 wurden erste Krypto-Mixer wie Blender.io und Tornado Cash sanktioniert. Die EU hat mit der Markets in Crypto-Assets (MiCA)-Verordnung neue Regeln zur Verhinderung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung im Kryptobereich eingeführt, insbesondere für Transaktionen über 1.000 Euro.




