Iran-Kriegswetten: US-Senatoren befürchten Insiderhandel

US-Senatoren zeigen sich alarmiert über Vorhersagemärkte, auf denen hohe Summen auf militärische Aktionen gegen den Iran und das Schicksal iranischer Führer gesetzt wurden. Es gibt Bedenken hinsichtlich Korruption und Insiderhandel angesichts präziser Wetten kurz vor den jüngsten US-Schlägen.

Plattformen wie Polymarket und Kalshi verzeichneten ungewöhnliche Aktivitäten vor den jüngsten US-Militärschlägen gegen den Iran. Anonyme Nutzer platzierten beträchtliche Wetten auf spezifische Ereignisse, darunter den Zeitpunkt von US-Angriffen und das Ende der Amtszeit des iranischen Führers Ali Chamenei. Mehrere Nutzer erzielten Gewinne in sechsstelliger Höhe, was den Verdacht auf Insiderhandel verstärkt.

Sechs Nutzer sollen einen Wettgewinn von 1,2 Millionen Dollar erzielt haben, indem sie ihre Wetten nur Stunden vor den Angriffen abschlossen.

Ein Nutzer mit dem Pseudonym „Magamyman“ soll über 553.000 Dollar Gewinn gemacht haben, indem er korrekt auf das Ende von Chameneis Amtszeit wettete. Senator Chris Murphy bezeichnete die Praktiken als „Wahnsinn“ und kündigte an, einen Gesetzentwurf zum Verbot solcher Wetten einzubringen. Er äußerte den Verdacht, dass Personen aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump von „Krieg und Tod profitieren“ könnten.

Donald Trump Jr., Sohn des US-Präsidenten, ist Berater für Polymarket, und seine Risikokapitalfirma investierte in das Unternehmen. Berichte deuten darauf hin, dass die US-Regierung unter Trump zuvor Ermittlungen gegen die Plattform einstellte, was die Diskussion über Interessenskonflikte befeuert.

Die Profite aus Wetten auf Kriegshandlungen bewegen sich in einer moralischen und regulatorischen Grauzone.

Die US-Warenterminhandelskommission (CFTC) untersagt regulierten Märkten in den USA das Anbieten von „Kriegsmärkten“. Kalshi soll die Auszahlung von Gewinnen bei Wetten auf den Tod von Personen gemäß US-Recht und CFTC-Richtlinien verweigert und lediglich die Gebühren erstattet haben.

Die USA und Israel führten Militärschläge gegen den Iran, die sich gegen das Atomprogramm, die militärische Führung und ballistische Raketenfähigkeiten richteten. US-Vertreter gaben an, dass die Militäroperation Wochen dauern könnte. Im Vorfeld der Angriffe gab es Spekulationen, dass das Weiße Haus eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen US-Angriff auf den Iran sah.