Israel: Anklage wegen Insiderhandels mit Militärgeheimnissen

Zwei Israelis, darunter ein IDF-Reservist, wurden wegen mutmaßlichen Insiderhandels auf der Prognoseplattform Polymarket angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, klassifizierte militärische Informationen für Wetten auf zukünftige Operationen genutzt zu haben, was zu einem beträchtlichen Gewinn führte.

Die Anklageschrift des Bezirksgerichts Tel Aviv wirft den beiden Männern schwere Sicherheitsvergehen, Bestechung und Behinderung der Justiz vor. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet die Taten als „schwere Vergehen“ und vermutet, dass es sich um den ersten Kriminalfall von Insiderhandel auf Prognosemärkten mit militärischen Geheimdienstinformationen handelt.

Die Angeklagten sollen vertrauliche Informationen über israelische Vergeltungsschläge gegen den Iran im April 2024 genutzt haben, um auf Polymarket Wetten auf den Zeitpunkt und die Ergebnisse der Militäroperation abzuschließen. Durch die Nutzung dieser nicht öffentlichen Informationen sollen sie einen Gewinn von über 150.000 US-Dollar erzielt haben. Die Ermittlungen wurden gemeinsam vom Shin Bet, einer Untersuchungseinheit der Sicherheitsbehörde des Verteidigungsministeriums und der israelischen Polizei durchgeführt.

Solche Wetten auf Grundlage geheimer und klassifizierter Informationen stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko für IDF-Operationen und die Staatssicherheit dar.

Das Verteidigungsestablishment betont, dass solche Handlungen mit größter Härte betrachtet werden und entschlossen dagegen vorgegangen wird. Ein richterlicher Erlass schränkt derzeit die Veröffentlichung weiterer Details zum Fall ein.

Der Fall rückt die Anfälligkeit von Prognosemärkten wie Polymarket für Insiderhandel in den Fokus. Im Gegensatz zu traditionellen Aktienmärkten operieren Prognosemärkte in einem weniger regulierten Umfeld. Frühere Berichte über ungewöhnlich präzise Wetten mit ähnlichen Gewinnen hatten bereits die Ermittlungen ausgelöst.