Kalifornien: Vermögenssteuer – Krypto warnt vor Flucht

Kalifornien plant für 2026 die Einführung eines „Billionaire Tax Act“, der eine Vermögenssteuer von 5 % für Superreiche vorsieht. Insbesondere die Krypto-Branche reagiert besorgt und droht mit Abwanderung, was die Debatte über die Glaubwürdigkeit dieser Drohungen anheizt.

Der vorgeschlagene „Billionaire Tax Act“ in Kalifornien sieht eine jährliche Abgabe von 5 % auf das Nettovermögen von Individuen vor, die über eine Milliarde US-Dollar verfügen. Ein zentraler Kritikpunkt ist die geplante Besteuerung von nicht realisierten Gewinnen (Buchgewinnen), was Krypto-Gründer und -Investoren besonders trifft, da die Märkte für digitale Vermögenswerte als sehr volatil gelten.

Die hohe Mobilität digitaler Vermögenswerte erleichtert Standortwechsel und macht Drohungen der Krypto-Reichen, Kalifornien zu verlassen, glaubwürdiger.

Branchenführer wie Hunter Horsley (Bitwise) und Jesse Powell (Kraken) äußern starken Widerstand und warnen vor Kapitalflucht. Nic Carter von Castle Island Ventures befürchtet zudem, dass die Steuer einen Präzedenzfall für zukünftige Steuererhöhungen schaffen könnte. Kritiker argumentieren, dass die Besteuerung von Buchgewinnen in Marktrückgängen den Verkaufsdruck erhöhen und Märkte verzerren könnte.

Befürworter, darunter Arbeitergruppen und der Abgeordnete Ro Khanna, sehen in der Steuer eine Möglichkeit, dringend benötigte Mittel für soziale Programme, Kinderbetreuung und Bildung zu generieren und so die Finanzierung öffentlicher Dienste zu stärken.

Krypto-Vermögen können heute schneller als je zuvor verlagert werden, was Standortentscheidungen für Investoren erleichtert.

Die Frage, ob die Drohungen der Krypto-Millionäre ein Bluff sind, ist schwer zu beantworten. Viele Länder bieten günstigere Steuerbedingungen, teilweise 0 % auf Krypto-Gewinne. Während die allgemeine US-Steuergesetzgebung Kryptowährungen als Eigentum behandelt, löst das bloße Halten keine Steuerpflicht aus.

Kalifornien steht vor der Herausforderung, ein Gleichgewicht zwischen Steueraufkommen und der Attraktivität für innovative Branchen wie die Krypto-Wirtschaft zu finden, insbesondere angesichts der einfachen Verlagerbarkeit digitaler Vermögenswerte.