Donald Trumps designierter Kandidat für den Vorsitz der US-Notenbank, Kevin Warsh, könnte laut Ökonomen für eine Überraschung an den Märkten sorgen. Es wird erwartet, dass unter seiner Führung aggressive Zinssenkungen von bis zu 100 Basispunkten in diesem Jahr erfolgen könnten, was eine deutliche Abkehr von früheren Erwartungen darstellt. Diese mögliche geldpolitische Wende wird von Marktteilnehmern genau beobachtet.
Kevin Warsh, ein ehemaliger Gouverneur der Federal Reserve, wurde von Donald Trump als Nachfolger für den aktuellen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell nominiert. Trump hat wiederholt seinen Wunsch nach einem Fed-Chef geäußert, der bereit ist, die Zinsen zu senken, und sieht in Warsh eine passende Besetzung für dieses Ziel. Warsh soll Powell im Mai ablösen und damit eine neue Ära in der US-Geldpolitik einleiten.
Obwohl Warsh während seiner Amtszeit von 2006 bis 2011 als ‚Falke‘ galt, der eher für Zinserhöhungen eintrat, hat sich seine Haltung in jüngster Zeit gewandelt. Er vertritt nun eine ‚dovishere‘ Position und kritisiert die Fed dafür, in der Vergangenheit zu zögerlich bei Zinssenkungen gewesen zu sein. Warsh spricht sich zudem für eine Vereinfachung der Zentralbankbilanz und eine Lockerung von Bankvorschriften aus.
Er kritisierte die Fed dafür, in der Vergangenheit ‚rückwärtsgewandt‘ gewesen zu sein und zu langsam auf die Notwendigkeit von Zinssenkungen reagiert zu haben.
Die Erwartungen an Zinssenkungen unter Warsh sind hoch. Große Investmentbanken wie Citi, Morgan Stanley und Goldman Sachs prognostizieren für 2026 kumulative Zinssenkungen der Fed von 75 bis 100 Basispunkten. Auch die Swap-Märkte preisen nahezu 100 Basispunkte ein. Dagegen sind die Prognosen von S&P Global Ratings mit erwarteten 50 Basispunkten konservativer.
Das Rabobank-Team geht davon aus, dass eine erste Zinssenkung im Juni 2026 erfolgen könnte, da dies das erste Treffen unter der Leitung des neuen Fed-Vorsitzenden wäre.
Die potenzielle ‚politisierte Wende‘ in der Geldpolitik der Fed unter einem neuen Vorsitzenden, der sich für niedrigere Zinsen einsetzt, könnte die Markterwartungen maßgeblich beeinflussen. Trotz seiner früheren ‚falkenhaften‘ Haltung deuten aktuelle Signale darauf hin, dass Warsh eine Lockerung der Geldpolitik favorisieren wird.




