KI im Krypto-Bereich: Chancen und Risiken

Haseeb Qureshi von Dragonfly Capital beleuchtet die bahnbrechende Rolle von KI-Agenten im Kryptowährungs-Ökosystem. Er warnt vor einem signifikanten Anstieg der Kriminalität, sieht aber auch Potenziale für die Nutzerinteraktion mit DeFi, wenn die Grenzen von Smart Contracts beachtet werden.

KI-Agenten besitzen laut Qureshi einen komparativen Vorteil bei der Kriminalität, da eine rechtliche Durchsetzung gegen sie fehlt. Dies könnte dazu führen, dass Schwachstellen in Blockchain-Systemen effizienter ausgenutzt werden. Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass KI-Agenten eher beim Ausnutzen von Lücken als bei deren Behebung effektiv sind. Im Jahr 2025 gingen bereits über 3,4 Milliarden US-Dollar durch Krypto-Diebstähle verloren, wobei drei große Vorfälle fast 70 % des Gesamtwerts ausmachten.

Smart Contracts sind primär für nicht-menschliche Akteure konzipiert und daher für KI-Agenten besser geeignet als für menschliche Verhandlungen.

Qureshi stellt klar, dass Smart Contracts keine vollständigen Ersatz für traditionelle Rechtsverträge darstellen. Selbst fortgeschrittene Akteure im Krypto-Bereich verlassen sich weiterhin auf herkömmliche rechtliche Vereinbarungen. Angesichts der Tatsache, dass automatisierte Programme über 100 Milliarden US-Dollar an Open-Source-Digitalanlagen verwalten, können Fehler im Smart-Contract-Code erhebliche finanzielle Folgen haben.

Die Interaktion mit Blockchains ist für Menschen oft schwierig und birgt Risiken wie das Senden von Geld an die falsche Adresse oder das versehentliche Genehmigen schädlicher Transaktionen. KI kann diese Risiken minimieren, indem sie manuelle Überprüfungen überflüssig macht.

KI-gesteuerte Wallets könnten bald direkt mit der Blockchain interagieren, ohne dass Benutzer komplexe Prozesse verstehen müssen. Dies verspricht eine stärker automatisierte und effizientere DeFi-Erfahrung. KI-Agenten bevorzugen den direkten Zugriff auf Rohdaten gegenüber Benutzeroberflächen, was die Entwicklung von Krypto-Tools beeinflussen wird.

Krypto fühlt sich für Menschen immer noch wie ein Minenfeld an: Adressvergiftung, Blind-Signing, veraltete Genehmigungen, Phishing-Domains – die ‚Foot-Guns‘ sind nie wirklich verschwunden.

KI-Agenten könnten die nächste große Nutzerbasis im Krypto-Bereich darstellen und erfordern maßgeschneiderte Produkte und Wallets. Ryan Adams von Bankless schätzt, dass Milliarden von KI-Agenten die Krypto-Märkte über 10 Billionen US-Dollar hinaus antreiben könnten. Dies könnte zu einer autonomen Online-Wirtschaft führen, in der KI eigenständig agiert.