Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt im Krypto-Datenschutz, da sich Entwickler verstärkt auf compliance-freundliche Tools konzentrieren. Angesichts des zunehmenden Regulierungsdrucks, insbesondere durch die EU und die OECD, rücken Lösungen in den Fokus, die sowohl Vertraulichkeit als auch die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften gewährleisten. Dies betrifft insbesondere den Handel mit Privacy Coins und die Transparenz von Transaktionen.
Die Europäische Union plant ab Juli 2027 Einschränkungen für den Handel mit Privacy Coins und die Nutzung anonymer Krypto-Transaktionen. Diese Maßnahmen ergänzen bestehende Verordnungen wie MiCA mit dem Ziel, die Transparenz zu erhöhen und Daten über Sender und Empfänger für eine bessere Nachvollziehbarkeit zu erfassen.
Ab 2026 werden Krypto-Dienstleister nach dem CARF der OECD und der EU-Richtlinie DAC 8 verpflichtet, detaillierte Transaktions- und Nutzerdaten wie Namen, Adressen und Steuernummern automatisch an Finanzbehörden zu melden. Diese Daten werden national sowie grenzüberschreitend innerhalb der EU ausgetauscht. Auch die EZB bereitet sich auf die Ausgabe des digitalen Euros vor und legt entsprechende Datenschutzregelungen fest.
Der Finanzstabilitätsrat (FSB) hat darauf hingewiesen, dass Datenschutzgesetze ein erhebliches Hindernis für eine effektive grenzüberschreitende Regulierung von Kryptowährungen darstellen.
Als Antwort auf die verschärften Vorschriften entstehen datenschutzfreundliche Tools. Nym beispielsweise versucht, globale Traffic-Analysen zu verhindern, indem es den Datenverkehr verschlüsselt, zerlegt und über mehrere Knoten leitet. Zcash (ZEC), Aztec und Railgun (RAIL) bleiben wichtige Projekte im Bereich datenschutzorientierter Kryptowährungen. Railgun nutzt Zero-Knowledge-Proofs für mehr Anonymität in DeFi.
Ethereum entwickelt vertrauliche Smart Contracts (ERC-7984), und Solana bietet Erweiterungen für vertrauliche Übertragungen an. KI-gestützte Tools, wie die von Footprint, helfen zudem bei der Krypto-Steuererklärung und Compliance, indem sie Transaktionen analysieren und auf Unregelmäßigkeiten prüfen.
Nutzer sind angehalten, korrekte Steuererklärungen abzugeben, da unvollständige Angaben durch die neue Transparenz und Meldepflichten leichter erkannt werden können.
Personen, die ihre Krypto-Einkünfte bisher nicht deklariert haben, sollten eine Selbstanzeige erwägen, um den neuen Meldepflichten zuvorzukommen. Bereits jetzt haben einige Kryptobörsen begonnen, Privacy Coins von ihren Plattformen zu entfernen.




