Ein verheerender Trend überschattet die Kryptowelt: Laut Experten erholen sich rund 80% der gehackten Projekte nie wieder vollständig. Die Folgen von Sicherheitslücken sind oft irreversibel und die Wiederherstellung gestaltet sich als extrem schwierig.
Die Mehrheit der Kryptoprojekte, die Opfer eines schweren Hacks werden, geraten in eine operative Lähmung. Mitchell Amador, CEO von Immunefi, erklärt, dass nicht nur der finanzielle Verlust kritisch ist, sondern vor allem der Zusammenbruch von Abläufen und das schwindende Vertrauen der Nutzer während der Krisenreaktion. Auch Alex Katz von Kerberus bezeichnet schwerwiegende Exploits oft als „Todesurteil“ für Projekte, da Nutzer abwandern und die Liquidität versiegen.
Die kritischsten Stunden nach einer Sicherheitsverletzung sind oft entscheidend. Viele Projekte sind unvorbereitet und verfügen über keinen klaren Notfallplan. Dies führt zu Zögern, Debatten und einer Unterschätzung des Ausmaßes des Kompromisses. Die Folge sind improvisierte und verzögerte Maßnahmen, die weitere Verluste nach sich ziehen können. Die Angst vor Reputationsschäden hindert Projekte oft daran, Smart Contracts zu pausieren, während eine mangelnde Kommunikation die Panik weiter anfacht.
Stille verstärkt in solchen Fällen tendenziell die Panik, anstatt sie einzudämmen und verhilft Projekten nicht zur Erholung.
Hacks führen nicht nur zu direkten finanziellen Verlusten, sondern zerstören auch das Vertrauen, das im Kryptobereich als das zerbrechlichste Gut gilt. Eine Studie von Immunefi zeigt, dass über 77,8 % der gehackten Kryptowährungen sechs Monate danach eine negative Preisentwicklung aufwiesen. Mehr als die Hälfte der betroffenen Token verzeichneten sogar einen Preisverfall von über 50%. Die Verluste durch Krypto-Kriminalität erreichten 2025 6,75 Milliarden US-Dollar, während 2024 bereits über 2 Milliarden US-Dollar gestohlen wurden.
Die Überlebensfähigkeit eines Projekts hängt maßgeblich von der Rückgewinnung gestohlener Werte und der Entschädigung der Nutzer ab. Projekte, die 80% der gestohlenen Gelder zurückzahlen konnten, hatten eine Überlebensrate von zwei Dritteln. Bei Rückzahlungen von nur einem Viertel sank diese Rate dramatisch auf 14%. Etablierte Projekte mit größeren Ökosystemen und erfahrenen Teams zeigen sich widerstandsfähiger.
Während Smart-Contract-Exploits früher im Fokus standen, sind die jüngsten Verluste vermehrt auf operative Fehler und menschliches Versagen zurückzuführen. Menschliches Versagen gilt als die schwächste Stelle in der Krypto-Sicherheit. Im Jahr 2024 entwickelte sich die zentrale Finanzinfrastruktur (CeFi) zur größten Schwachstelle.




