Analysten deuten auf eine grundlegende Verschiebung im Kryptowährungsmarkt hin, die das bekannte Konzept einer „Altcoin-Saison“ herausfordert. Es wird über eine mögliche „invertierte Altcoin-Saison“ diskutiert, die auf veränderte Marktbedingungen hindeutet und die traditionelle Kapitalrotation in Frage stellt.
Eine traditionelle Altcoin-Saison ist typischerweise eine Phase, in der alternative Kryptowährungen (Altcoins) Bitcoin in ihrer Wertentwicklung übertreffen. Dies geschieht oft, wenn Bitcoin stagniert oder leicht fällt und Kapital aus Bitcoin in Altcoins fließt, was zu starken Preissteigerungen führt. Ein Indikator hierfür ist, wenn über 75 Prozent der Top-100-Altcoins (ohne Stablecoins) Bitcoin über einen Zeitraum von 90 Tagen outperformen. Solche Phasen traten in der Vergangenheit meist in der zweiten Jahreshälfte eines Krypto-Bullenmarktes auf, oft begleitet von einer sinkenden Bitcoin-Dominanz unter 62 Prozent.
Das Konzept einer „invertierten Altcoin-Saison“ impliziert, dass sich der Altcoin-Markt verändert hat und möglicherweise eine andere Form der Altcoin-Saison eintritt oder ganz ausbleibt.
Die Debatte um die „invertierte Altcoin-Saison“ dreht sich um die Frage, ob der Altcoin-Sektor im aktuellen Krypto-Zyklus relativ zu Bitcoin eine schwächere Performance zeigt. Während Bitcoin sich als eigenständiges Makro-Asset mit wachsender institutioneller Akzeptanz etabliert, scheinen Altcoins tendenziell zurückzubleiben. Dies steht im Gegensatz zu früheren Zyklen, in denen Kapital signifikant zwischen Bitcoin und Altcoins rotiert ist.
Mehrere Faktoren könnten zu dieser veränderten Dynamik beitragen. Die Etablierung von Bitcoin als Makro-Asset zieht Kapital an, das sich primär auf Bitcoin konzentriert. Zudem beeinflussen Liquidität, allgemeine Marktstimmung und die Risikobereitschaft von Anlegern, die durch makroökonomische Belastungen gemindert sein kann, die Performance von Altcoins. Auch die Verwässerung des Marktes durch eine Zunahme von Memecoins und bestimmten KI-basierten Token wird als möglicher Grund genannt, der Anleger vom breiteren Altcoin-Sektor abziehen und den Fokus auf Utility-Coins lenken könnte.
Trotz eines Rückgangs des Gesamtmarktes um 2 Billionen US-Dollar fließen weiterhin 258 Millionen US-Dollar in Krypto-Startups, was auf anhaltendes Venture-Funding in digitale Asset-Unternehmen hindeutet.
Die beobachtete Entwicklung lässt vermuten, dass die Kapitalströme vom Bitcoin in Altcoins nicht mehr im gleichen Muster wie in früheren Zyklen stattfinden. Dies könnte zu einer anhaltenden Underperformance vieler Altcoins im Vergleich zu Bitcoin führen und die traditionellen Muster von Krypto-Marktzyklen grundlegend verändern.




