Die EU-weite Markets in Crypto-Assets (MiCA)-Verordnung hat die rechtlichen Rahmenbedingungen für Krypto-Dienstleistungen signifikant verbessert und eine deutliche Zunahme der Aktivität deutscher Banken im Bereich digitaler Assets ausgelöst. Mehrere führende Institute haben daraufhin ihre Angebote im Kryptosektor erweitert oder neue Dienste gestartet.
Die am 29. Juni 2023 in Kraft getretene MiCA-Verordnung schafft einen harmonisierten europäischen Rechtsrahmen für Krypto-Assets. Ziel ist es, Innovationen zu fördern, Finanzstabilität zu gewährleisten und Anleger zu schützen. Die Regulierung unterscheidet verschiedene Krypto-Asset-Typen und legt Anforderungen für deren Ausgabe, öffentliche Angebote, Handel und die Zulassung von Dienstleistern (CASPs) fest. Während bestimmte Bestimmungen seit dem 30. Juni 2024 und die Regeln für CASPs seit dem 30. Dezember 2024 gelten, hat Deutschland die MiCA-Regularien bereits 2024 vorzeitig umgesetzt. Diese Klarheit hat die Zurückhaltung traditioneller Finanzinstitute gegenüber Krypto-Diensten beseitigt.
Die DZ Bank, als Deutschlands zweitgrößtes Kreditinstitut, erhielt Ende Dezember 2025 die MiCA-Genehmigung für ihre Plattform „meinKrypto“. Diese ermöglicht es rund 700 Genossenschaftsbanken, ihren Privatkunden den Zugang zum Kryptohandel anzubieten. Die Plattform wird in die VR Banking App integriert und fungiert als Wallet. Zum Start werden Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Cardano unterstützt, mit Verwahrung durch die Börse Stuttgart Digital und Handelsausführung durch die EUWAX AG.
Jede Genossenschaftsbank entscheidet individuell über die Implementierung und muss eine eigene MiCAR-Meldung bei der BaFin einreichen.
ING Deutschland hat am 2. Februar 2026 für ihre 3,2 Millionen Brokerage-Kunden den Handel mit Krypto-ETNs ermöglicht. Ab 1.000 Euro Ordervolumen entfallen Ordergebühren, und automatische Sparpläne sind einrichtbar. Der Zugang erfolgt direkt über die Banking-App, ohne separate Börsenanmeldungen oder Wallet-Verwaltungen. VanEck stellt 11 Krypto-ETNs bereit, die Bitcoin, Ethereum und weitere Altcoins abdecken.
Weitere Banken wie die Commerzbank, die im November 2023 als erste Universalbank eine Krypto-Verwahrlizenz erhielt, und die Deutsche Bank, die 2023 Kryptowährungs-Verwahrungsdienste für institutionelle Kunden einführte, sind ebenfalls aktiv. Openbank, die Digitalbank der Grupo Santander, hat den Krypto-Handel in Deutschland für Kunden eingeführt und ermöglicht den Kauf, Verkauf und das Halten von fünf Kryptowährungen mit einer Transaktionsgebühr von 1,49 %.
Die MiCA-Verordnung hat eine Welle der Akzeptanz digitaler Assets bei europäischen Banken ausgelöst. Zwischen Juli 2024 und Juni 2025 stiegen die Transaktionsvolumen in Deutschland um 54 %.
Eine Studie des BVR vom September 2025 zeigt, dass mehr als ein Drittel der deutschen Genossenschaftsbanken plant, in den kommenden Wochen Krypto-Lösungen einzuführen, und über 71 % haben Interesse an der Bereitstellung solcher Dienste für Privatkunden bekundet. Dies unterstreicht einen wachsenden Trend zur Integration von Krypto-Assets in das traditionelle Bankgeschäft.




