Nasdaq plant „Ja-oder-Nein“-Wetten mit binären Optionen

Die Nasdaq erwägt die Einführung von Optionskontrakten, die einfache „Ja-oder-Nein“-Wetten auf den Nasdaq 100 Index ermöglichen sollen. Damit folgt die Börse dem Beispiel der Cboe, die ebenfalls in den boomenden Prognosemarkt vordringt.

Die Nasdaq plant, sogenannte „Outcome Related Options“ auf ihren Nasdaq 100 Index und Nasdaq 100 Micro Index zu listen. Diese sollen zu Preisen zwischen 0,01 und 1,00 US-Dollar gehandelt werden und die Markteinschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit eines bestimmten Ereignisses widerspiegeln. Ein entsprechender Antrag wurde bereits bei der US Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht.

Die Cboe Global Markets plant ebenfalls die Wiedereinführung von „Alles-oder-Nichts“-Optionskontrakten, auch bekannt als Binäre Optionen. Diese sollen Kleinanlegern ermöglichen, einfache „Ja-oder-Nein“-Wetten auf bestimmte Ereignisse zu platzieren. Ursprünglich hatte die Cboe solche Produkte bereits 2008 gelistet, aber 2017 wegen mangelnder Nachfrage wieder eingestellt. Nun sollen Event-Kontrakte auf den S&P 500 bis Ende Juni dieses Jahres eingeführt werden.

Ein wesentlicher Unterschied bei Cboes Ansatz ist die geplante Regulierung durch die SEC, was einen aufwändigeren Listungsprozess erfordert.

Der Sektor der Prognosemärkte verzeichnet ein signifikantes Wachstum. Im Januar 2026 erreichten Plattformen wie Kalshi und Polymarket ein kombiniertes Handelsvolumen von über 17 Milliarden US-Dollar. Allein Kalshi verzeichnete im Januar ein Volumen von 9,55 Milliarden US-Dollar.

Binäre Optionen sind Finanzprodukte, die auf Basis von „Ja-oder-Nein“-Ereignissen funktionieren. Bei Eintritt eines Ereignisses wird ein fester Betrag ausgezahlt, ansonsten verfällt der Einsatz. Kritiker vergleichen sie aufgrund ihres hohen Risikos und spekulativen Charakters oft mit Glücksspiel. In der EU sind sie für Privatanleger seit 2018 verboten.

In den USA arbeitet die CFTC an einem Regulierungsrahmen für Prognosemärkte, während einige Bundesstaaten rechtliche Schritte gegen solche Plattformen einleiten.