US-Staatsanwälte widersetzen sich dem Antrag von FTX-Gründer Sam Bankman-Fried auf ein Wiederaufnahmeverfahren nach seiner Verurteilung zu 25 Jahren Haft. Er wurde wegen Betrugs und Verschwörung schuldig gesprochen und muss zudem über 11 Milliarden US-Dollar zahlen.
Sam Bankman-Fried, der ehemalige CEO der Kryptobörse FTX und des Hedgefonds Alameda Research, wurde im November 2023 von einer New Yorker Jury in allen sieben Anklagepunkten, darunter Überweisungsbetrug und Geldwäsche, für schuldig befunden. Am 28. März 2024 erfolgte die Verurteilung zu 25 Jahren Haft sowie die Anordnung einer Entschädigungszahlung von 11 Milliarden US-Dollar. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich eine Strafe von 40 bis 50 Jahren gefordert.
Richter Lewis Kaplan stellte fest, dass Bankman-Fried erhebliche Summen von FTX-Kunden, Investoren und Kreditgebern von Alameda Research veruntreut hatte. Dies umfasste mindestens 8 Milliarden US-Dollar von FTX-Kunden, über 1,7 Milliarden US-Dollar von FTX-Investoren und mehr als 1,3 Milliarden US-Dollar von Alameda-Kreditgebern.
Bankman-Fried hat Berufung eingelegt und beantragt ein Wiederaufnahmeverfahren, da neue Zeugen die Darstellung der Staatsanwaltschaft widerlegen könnten.
Sein Antrag auf ein neues Verfahren, eingereicht im Februar 2026, stützt sich auf die Aussagebereitschaft zweier ehemaliger FTX-Führungskräfte, Daniel Chapsky und Ryan Salame. Diese sollen die finanzielle Darstellung des Unternehmens vor dem Kollaps korrigieren und behaupten, FTX sei trotz Liquiditätsproblemen zahlungsfähig gewesen.
Des Weiteren wirft Bankman-Fried dem ursprünglichen Richter Befangenheit vor und fordert eine Überprüfung seines Antrags durch einen anderen Richter. Solche Anträge auf Wiederaufnahme sind jedoch selten erfolgreich.
Die Anklage basiert auf dem Vorwurf des Missbrauchs von FTX-Kundengeldern zur Finanzierung riskanter Geschäfte und persönlicher Ausgaben.
Ein angeblich geheimes Feature in den FTX-Systemen ermöglichte es Alameda, trotz negativer Salden Verluste zu machen, was zu einem Milliardenloch in den FTX-Finanzen führte, als Alamdas Geschäfte scheiterten.




