Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC intensiviert ihre Bemühungen zur Regulierung von Kryptowährungen. Neue Vorschläge zielen auf mehr Klarheit bei der Selbstverwahrung und eine erweiterte Aufsicht über dezentrale Finanzdienstleistungen (DeFi) ab.
Die SEC hat im Dezember 2025 ein Investor Bulletin veröffentlicht, das die Risiken und Vorteile verschiedener Methoden zur Selbstverwahrung digitaler Vermögenswerte beleuchtet. Anleger, die ihre privaten Schlüssel selbst verwalten, tragen die volle Verantwortung für deren Sicherheit. Das Dokument verweist auch auf die Risiken der Aufbewahrung auf zentralisierten Plattformen und erklärt die Funktionsweise von Cold Wallets. Dies könnte eine Hinwendung der Behörde zu „Aufklärung vor Durchsetzung“ signalisieren.
Ein im Mai 2025 eingereichter Vorschlag stellt ein Rahmenwerk für „Qualified Self-Custodians“ (QSC) vor. Dieses soll registrierten Anlageberatern (RIAs) eine sichere Selbstverwahrung von Kunden-Assets ermöglichen. Kriterien für QSCs beinhalten die Identifizierbarkeit und Trennung von Assets, die Sicherheit kryptografischer Operationen und die Minderung neuer Sicherheitsbedrohungen.
Der im Januar 2026 im Senat diskutierte CLARITY Act zielt ebenfalls darauf ab, die Selbstverwahrung zu schützen und regulatorische Klarheit für DeFi zu schaffen.
Hinsichtlich DeFi hat die SEC am 6. Februar 2024 neue Vorschriften erlassen. Diese verpflichten einen erweiterten Kreis von Marktteilnehmern zur Registrierung und zur Einhaltung von Wertpapiergesetzen. Betroffen sind Entitäten, die signifikant zur Marktliquidität beitragen und Assets im Wert von mindestens 50 Millionen US-Dollar verwalten.
Ein überparteilicher Gesetzesentwurf zur Marktstruktur, der am 12. Januar 2026 vom US-Senatsbankenausschuss veröffentlicht wurde, weist die SEC und das US-Finanzministerium an, Regeln zur Einhaltung regulatorischer Pflichten durch DeFi-Handelsprotokolle zu entwickeln. Dies betrifft Offenlegungs-, Aufzeichnungs- und Wertpapierrechtsanforderungen.
Der Entwurf des CLARITY Act soll auch die Behandlung von DeFi und Softwareentwicklern klären. Jedoch äußerte ein ehemaliger SEC-Chefprüfer im Januar 2026 Bedenken hinsichtlich „erheblicher Mängel“ und eines erhöhten Risikos für Betrug, da transparente Finanzinformationsanforderungen fehlen.
Die SEC hat eine „Crypto Task Force“ unter der Leitung von Commissioner Hester M. Peirce eingerichtet, um Klarheit im Krypto-Asset-Markt zu schaffen, Innovationen zu fördern und Anleger zu schützen. Die Prüfungspläne der SEC für 2025 priorisieren Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin- und Ether-Spot-ETFs.
Im Mai 2025 erklärte die SEC, dass bestimmte Formen des „Protocol Staking“, einschließlich Selbst-Staking und selbstverwahrtes Staking mit Drittanbietern, generell von der Definition eines Wertpapiers ausgenommen sind.




