Silberabsturz löst Krypto-Liquidationsschock aus

Ein drastischer Silberpreisabsturz um bis zu 35 % Ende Januar 2026 führte zu einer ungewöhnlichen Liquidationswelle am Kryptomarkt, die sogar Bitcoin und Ethereum in den Schatten stellte. Tokenisierte Silberkontrakte verzeichneten dabei die höchsten Liquidationen und durchbrachen die übliche Risikohierarchie.

Am 30. Januar 2026 fiel der Silberpreis dramatisch um 26,91 % auf 84,63 USD pro Feinunze. Innerhalb von 24 Stunden verlor der Silbermarkt über 1,1 Billionen US-Dollar an Wert. Dieser Absturz folgte auf eine starke Rallye Anfang Januar, in der Silber um 64,9 % gestiegen war, nachdem es bereits im Dezember 2025 um 25,9 % zugelegt hatte.

Als Ursachen für den schnellen Preisverfall gelten extreme Überhebelung in Futures- und Derivatemärkten sowie Margin Calls. Hedgefonds und Großspekulanten hatten ihre bullischen Silberpositionen zuvor auf ein 23-Monats-Tief reduziert. Die Chicago Mercantile Exchange (CME) erhöhte zudem die Margenanforderungen für Silber-Futures, was erzwungene Positionsauflösungen verstärkt.

Chinas neue Exportregulierung für Silber ab Januar 2026 trug ebenfalls zur Volatilität bei, obwohl das Land 60-70 % der weltweiten Silberversorgung kontrolliert.

Im Zuge des Silberpreisverfalls kam es zu massiven Krypto-Liquidationen. Laut CoinGlass wurden 129.117 Trader mit Gesamtverlusten von 543,9 Millionen US-Dollar liquidiert. Überraschenderweise führten tokenisierte Silberkontrakte diese Welle mit rund 142 Millionen US-Dollar an, mehr als Bitcoin (ca. 82 Mio. USD) und Ethereum (fast 139 Mio. USD).

Der größte einzelne Liquidationsauftrag betraf eine gehebelte XYZ:SILVER-USD-Position im Wert von 18,1 Millionen US-Dollar auf Hyperliquid, die aufgrund der starken Preisschwankungen zwangsweise geschlossen wurde.

Auch Bitcoin geriet unter Druck und fiel am 31. Januar 2026 um 6 % auf rund 84.000 US-Dollar. Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten Abflüsse von 817 Millionen US-Dollar. Die synchronisierten Kursbewegungen von Bitcoin, Gold und Silber deuten auf einen breiteren Liquiditätsstress und makroökonomische Ängste hin.