Solana: Finanzriesen nutzen Blockchain, doch Zentralisierung bleibt Thema

Die Solana-Blockchain gewinnt als Abwicklungsschiene für globale Finanzakteure wie Visa und JPMorgan an Bedeutung. Während die Technologie schnellere Transaktionen ermöglicht, bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich ihrer Dezentralisierung.

Visa setzt verstärkt auf die Solana-Blockchain für seine USDC-Abwicklungsdienste. Amerikanische Finanzinstitute wie die Cross River Bank und die Lead Bank wickeln bereits Transaktionen über USDC auf Solana ab. Dieser Schritt ersetzt traditionelle Abwicklungszeiten von bis zu fünf Tagen durch einen 24/7-Betrieb und soll bis 2026 breiter ausgerollt werden. Visa ist zudem Designpartner für Circles Layer-1-Blockchain Arc, was die Integration von USDC-Abwicklungen im Visa-Netzwerk weiter vorantreiben soll. Ziel ist die Modernisierung der Abwicklungsinfrastruktur, wobei Stablecoins als Schlüssel für schnellere und programmierbare Transaktionen gelten. Das monatliche Stablecoin-Volumen im Visa-Netzwerk erreichte Ende November eine annualisierte Rate von 3,5 Milliarden US-Dollar. Visa experimentiert seit 2021 mit USDC-Abwicklungen und startete 2023 globale Pilotprojekte. Im September 2023 wurde die Nutzung von Solana für den Ausgleich von Zahlungen mit Partnern wie Worldpay und Nuvei angekündigt, wobei die Blockchain für ihre schnellen Blockintervalle von 400 Millisekunden und eine Kapazität von 400 bis 2.000 Transaktionen pro Sekunde gelobt wurde.

Das monatliche Stablecoin-Volumen im Visa-Netzwerk erreichte Ende November eine annualisierte Rate von 3,5 Milliarden US-Dollar.

Auch JPMorgan hat die Solana-Blockchain für die Emission eines Commercial Papers im Wert von 50 Millionen US-Dollar für Galaxy Digital Holdings genutzt. Coinbase Global und Franklin Templeton erwarben dieses kurzfristige Schuldinstrument, dessen Emission und Rücknahme vollständig in USDC abgewickelt wurden. Dies markiert einen bedeutenden Schritt für JPMorgan, da die Bank erstmals eine öffentliche Blockchain für die Emission von Wertpapieren einsetzte, anstatt ihre private Kinexys-Plattform zu nutzen. Scott Lucas von JPMorgan bezeichnete die Transaktion als „globalen Meilenstein“. Die Kinexys-Infrastruktur hat seit 2019 über 1,5 Billionen US-Dollar verarbeitet.

Der Markt für tokenisierte Vermögenswerte wuchs im Jahr 2025 auf 24 Milliarden US-Dollar, mit Prognosen bis 2033 auf 18,9 Billionen US-Dollar.

Trotz dieser Fortschritte und der zunehmenden Akzeptanz durch institutionelle Akteure bleiben Bedenken hinsichtlich der Zentralisierung bestehen. Insbesondere die Konzentration des Stakes bereitet Branchenkennern Sorgen. Obwohl Entwicklungen wie der Firedancer-Validator-Client darauf abzielen, das Risiko einer Single-Client-Monokultur zu mindern, bleiben die verteilte Stake-Verteilung und der Einfluss auf die Governance kritische Punkte. Insider äußern weiterhin Vorbehalte bezüglich der Governance- und Betriebsrisiken, die mit solchen Zentralisierungsmetriken verbunden sind.